Telekommunikation Waghalsige Pläne zum Schuldenabbau
London / Den Haag - BT plane eine Bezugsrechtsemission von zehn Milliarden Pfund (umgerechnet 31,4 Milliarden Mark), berichtet die britische Zeitung "The Observer". Dies wäre doppelt so hoch wie ursprünglich vorgesehen. Zudem soll die Dividende gekürzt und ein Plan zur Ausgabe von Bezugsrechten für die Mobilfunktochter BT Wireless fallen gelassen werden.
Der "Sunday Telegraph" berichtet, dass Openworld, die Internetsparte von BT, die im vergangenen Jahr gegründet worden war, wieder in den Konzern eingeliedert werden soll. Dies wird von der Zeitung als Kehrtwende in der Restrukturierungsstrategie des Unternehmens beschrieben. Außerdem werde BT kein Netzwerk von Automaten zum Aufladen von Online-Einkaufskarten errichten, wie es noch im September angekündigt worden war.
Der niederländische KPN-Konzern will in diesem Jahr Beteiligungen und Unternehmenstöchter verkaufen, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Auf einer Liste habe KPN 20 zu verkaufende Unternehmensbereiche zusammengetragen, berichtet die "Financial Times". Branchenkenner hätten sogar mit 27 Konzernteilen gerechnet. Auf einer zweiten Liste stünden Pläne zur Kostensenkung, zum Beispiel über die Ausgliederung von einigen Dienstleistungen.
KPN gab an, sich auf die Geschäfte in den Niederlanden, Deutschland und Belgien konzentrieren zu wollen. Die Niederländer sind Mehrheitsaktionär von e-plus. Die Beteiligungen in Mittel- und Osteuropa sollen offenbar verkauft werden. KPN hat bereits angekündigt, seine Anteile an der tschechischen Cesky Telecom abstoßen zu wollen. Insgesamt gehen Insider davon aus, das Unternehmen müsse seinen Schuldenberg von 22 Milliarden Euro um acht bis neun Milliarden Euro reduzieren.