Telekomstreik: Entscheidende Woche für Einigung - DER SPIEGEL
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Telekomstreik Entscheidende Woche für Einigung

Die Telekom-Mitarbeiter verschärfen ihre Streiks, denn diese Woche geht es um alles: Bis zum Monatsende muss der Konzern die Belegschaft über seine Umbaupläne informieren - sonst können sie nicht zum 1. Juli in Kraft treten. Der Ton wird unterdessen rauer.
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Düsseldorf - Die Chancen für neue Tarifverhandlungen werden von Gewerkschaftsseite trotzdem eher pessimistisch eingeschätzt. Ein offiziell nicht bestätigtes Spitzengespräch bei Bundesfinanzminister Peer Steinbrück Mitte vergangener Woche brachte nach übereinstimmenden Angaben aus beiden Tarifparteien offenbar kein Ergebnis. "Wir sehen noch keine Bewegung", sagte Ver.di-Sprecher Jan Jurczyk. "Ein Termin im Laufe der Woche deutet sich nicht an."

Allerdings müsse eigentlich diese Woche etwas passieren. "Der Druck steigt", sagte Jurczyk. Bis 1. Juni müssten die rund 50.000 von den Umbauplänen des Konzerns betroffenen Beschäftigten schriftlich über die künftigen Arbeitsbedingungen informiert werden, wenn die T-Service-Firmen wie geplant ab 1. Juli die Arbeit aufnehmen sollen.

Mit Wochenbeginn hat die Gewerkschaft ihren Streik deshalb wieder verschärft. Nach Angaben eines Gewerkschaftssprechers waren heute etwa 14.000 Beschäftigte im Ausstand, doppelt so viele wie am Freitag. Die Gewerkschaft warf der Arbeitgeberseite außerdem vor, "durch massive Einschüchterungsversuche auf Beschäftigte und ihre Familien einzuwirken". So hätten Mitarbeiter Briefe bekommen, in denen sie zu Erhaltungsarbeiten aufgefordert und mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen bedroht würde, sagte der nordrhein-westfälische Ver.di-Sprecher Günter Isemeyer. Die Gewerkschaft habe ihren Mitgliedern erklärt, dass diese Drohungen haltlos seien.

Die Telekom   wies die Vorwürfe der Gewerkschaft zurück. "Wir sind verpflichtet, bestimmte Notdienste aufrecht zu erhalten. Das teilen wir auch den Mitarbeitern mit", sagte ein Konzernsprecher heute in Bonn. "Aber Drohungen sind uns nicht bekannt und das können wir uns auch nicht vorstellen."

Am Standort Eschborn in Hessen mussten unterdessen private Sicherheitsdienste und Polizisten etwa 25 Zeitarbeitskräften den Weg in den Betrieb bahnen. "Die Telekom verschärft die Situation dadurch, dass sie jetzt schwarze Sheriffs einsetzt, um diese Leute auf das Betriebsgelände zu bekommen", kritisierte ein Ver.di-Sprecher. Er betonte, der Einsatz von Leiharbeitern in Streikbetrieben sei rechtswidrig.

Der am 11. Mai eingeleitete Streik richtet sich gegen die geplante Auslagerung von 50.000 Stellen bei der Festnetzsparte T-Com in rechtlich eigenständige T-Service-Gesellschaften. Dort sollen die Mitarbeiter neun Prozent weniger verdienen und künftig 38 statt 34 Stunden pro Woche arbeiten.

sam/AP/dpa