Terror-Prozess: Türkischer Linksextremist angeklagt - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Terror-Prozess Türkischer Linksextremist angeklagt

Die Bundesanwaltschaft hat Anklagegegen einen hochrangigen Funktionär einer in der Türkei aktiven linksterroristischen Organisation erhoben. Dem 53-Jährigen werden unter anderem Mord und mehrere Sprengstoffverbrechen vorgeworfen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Düsseldorf - Das Sündenregister ist lang: Faruk E. soll zahlreiche Anschläge auf die türkische Justiz und Polizei und elf Sprengstoffattentate in Istanbul und Ankara verübt haben. Dabei starben zwischen 2001 und 2005 zwölf Menschen - darunter fünf Selbstmordattentäter.

Der mutmaßliche Terrorist wurde im April 2007 in Hagen festgenommen und befindet sich seither in Untersuchungshaft. Nun ist der Staatenlose vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf angeklagt. Faruk E. ist Rädelsführer einer Terror-Vereinigung, der "Revolutionären Volksbefreiungspartei" (DHKP-C). Der Mann ist ein Hardliner: Seit 1994 soll er der der DHKP-C angehören, seit 1990 der Vorgängerorganisation Devrimci Sol (Revolutionäre Linke).

Die Gruppe will den türkischen Staat mit Hilfe von bewaffnetem Kampf beseitigen und durch ein marxistisch-leninistisches Regime ersetzen. Der Staatenlose soll Teil der obersten Führungsebene der Gruppe sein, dem "dreiköpfigen Zentralkomitee". Die Gruppe soll zahlreiche Angehörige der türkischen Justiz und Polizei, aber auch Abtrünnige durch bewaffnete Einheiten getötet haben.

Der Bundesanwaltschaft zufolge hat die Gruppe ihre Kämpfer seit 2001 wiederholt für Selbstmordattentate eingesetzt. Sie verfüge in Europa über eine Auslandsorganisation, die sie als "sicheren Rückzugsraum" für ihre Mitglieder nutze.

cvk/ddp/AFP/Reuters