Terrorfurcht: Londoner steigen auf Fahrräder um - DER SPIEGEL
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Terrorfurcht Londoner steigen auf Fahrräder um

Die Anschläge vom vergangenen Donnerstag haben einer Londoner Branche einen unerwarteten Boom verschafft. Verunsicherte Pendler meiden die U-Bahn und stürmen die Fahrradgeschäfte in der britischen Hauptstadt. Die Händler verzeichnen Absatzrekorde.
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London - Viele Pendler fühlten sich in den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr sicher und stiegen aufs Rad um, sagte der Chef der Kette Evans Cycles, Mark Smith. Bereits unmittelbar nach den Attentaten auf U-Bahn-Linien und einen Bus hätten verunsicherte Passagiere die Läden gestürmt.

"Einer nach dem anderen kam verzweifelt herein", sagte auch Grant Young, der Besitzer von Condor Bikes im Londoner Westen. Er verkaufte allein am Donnerstag 50 Zweiräder statt sonst üblicher 15. Beim Konkurrenten Evans gab es vier Mal mehr Verkäufe als sonst.

Nach Einschätzung der Händler dürften viele Menschen auch ältere Räder aus dem Keller holen. Das Risiko von Unfällen auf den Straßen der britischen Hauptstadt schreckt kaum: Londons Autofahrer gelten im europäischen Vergleich als Gentlemen.

Der Vorsicht halber scharten sich aber Trauben möglicher Käufer auch um Helme, fluoreszierende Streifen und andere Sicherheitsausrüstung. Ladenbesitzer Young zeigte sich trotz des Booms bedrückt: "Tolles Geschäft, sagten mir die Leute - aber das stimmt nicht. Es ist schön, wenn man Räder verkaufen kann, aber zu einem anderen Zweck."