Terrorgeld: Bin Ladens geheimer Diamanten-Deal - DER SPIEGEL
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Terrorgeld Bin Ladens geheimer Diamanten-Deal

Das islamistische Terroristen-Netzwerk al-Qaida soll in den vergangenen drei Jahren durch Diamantenschmuggel Millionen von Dollar verdient haben. Geheimdienste vermuten, dass die Organisation vor den Terroranschlägen vom 11. September einen Großteil ihres Vermögens in Edelsteine umgetauscht hat.
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Freetown/Washington - "Diamanten lösen keinen Alarm auf Flughäfen aus, können nicht von Hunden aufgespürt werden, lassen sich leicht verstecken und sind jederzeit in Bargeld umtauschbar", so ein amerikanischer Offizieller. Durch den Umtausch habe al-Qaida möglicherweise verhindern wollen, dass US-Behörden das Vermögen der Gruppe beschlagnahmen, zitiert die "Washington Post" europäische und amerikanische Geheimdienstquellen.

Bin Laden und al-Qaida haben nach einem Bericht der Zeitung seit Juli verstärkt Diamanten eingekauft. Die Diamanten stammten aus Bergwerken im westafrikanischen Sierra Leone, die seit vier Jahren von der Rebellengruppe Revolutionäre Vereinigte Front (RUF) kontrolliert werden. Nach Angaben von US-Quellen stiegen die Diamantenpreise in der Region im Sommer 2001 deutlich an. "Wenn die Preise anziehen, ist das normalerweise ein Indiz dafür, dass jemand versucht, Geld zu waschen oder Bargeld zu verstecken. Wir glauben, dass war hier der Fall", so ein US-Beamter.

Die Ermittler gehen davon aus, dass Kontaktleute des mutmaßlichen al-Qaida-Anführers Osama Bin Laden jahrelang preiswert Diamanten in Sierra Leone erworben und in Europa mit großem Gewinn verkauft haben. "Ich bin überzeugt, dass man die Diamanten-Pipeline trocken legen muss, wenn man die Geldquellen Bin Ladens und die Geldwäsche stoppen will", so ein europäischer Ermittler.

Der Verkauf der Diamanten wird Geheimdienstquellen zufolge in der liberianischen Küstenstadt Monrovia abgewickelt. Liberia ist ein Nachbarland Sierra Leones. Die Geschäfte würden von einem Haus aus betrieben, das von der Regierung Liberias geschützt werde. Diamantenhändler pendelten mehrmals im Monat von dort nach Belgien, um die Diamanten dann in Bargeld umzusetzen.

Nach den Anschlägen haben die USA weltweit die Sperrung von Konten durchgesetzt, deren Inhaber angeblich in Verbindung zu Bin Laden stehen.

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