Terrorkontrollen: Ryanair verklagt britische Regierung - DER SPIEGEL
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Terrorkontrollen Ryanair verklagt britische Regierung

Mehrere Millionen Schadenersatz fordert Ryanair für die Ausfälle, die sie seit dem Terroralarm in London hinnehmen musste. Bereits vergangene Woche hatte die Billigfluggesellschaft ein Ultimatum gestellt, das die Regierung jedoch zurückwies.
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London – Rund 4,5 Millionen Euro Entschädigung will die irische Fluggesellschaft von der britischen Regierung haben. Ryanair begründet die Forderungen mit Flugstreichungen und ausgebliebenen Buchungen in der Woche vom 10. bis 16. August. Nach dem Terroralarm in London hatten die britischen Behörden die Sicherheitsvorkehrungen an den Flughäfen drastisch verschärft. Hunderte Flüge wurden daraufhin abgesagt.

Ryanair-Chef Michael O'Leary sprach von "unsinnigen und ineffektiven Maßnahmen", die auf den Flughäfen zu unnötigen langen Warteschlangen, Verspätungen und gestrichenen Flügen geführt haben. Sein Ziel sei, die Regierung dazu zu bringen, die Sicherheitschecks wieder auf die von der Internationalen Luftverkehrsvereinigung festgelegten Regeln zu beschränken. Um ein ähnliches Chaos bei künftigen Terroralarmen zu vermeiden, müssten Polizisten und Soldaten die zusätzlichen Sicherheitschecks vornehmen, "wann immer die Regierung beschließt, diese ohne Vorankündigung zu verdoppeln oder zu vervierfachen".

Das Verkehrsministerium in London erklärte, die Beschränkungen würden nicht zurückgenommen. Die Fluglinie habe keinen rechtlichen Anspruch auf eine Entschädigung. Ein Sprecher des Ministeriums sagte, man sehe sich immer noch mit einer ernsten Bedrohung konfrontiert und werde in Sachen Sicherheit keine Kompromisse eingehen.

Die Billigfluggesellschaft hatte der britischen Regierung bereits vor einer Woche mit einer Klage gedroht. Ryanair verlangt unter anderem, dass die Zahl der Leibesvisitationen wieder reduziert wird. Derzeit wird jeder zweite Passagier auf diese Weise kontrolliert, nach dem Willen der irischen Fluglinie soll es nur jeder vierte sein. Weiterhin fordert Ryanair, dass die Bestimmungen für das Handgepäck gelockert werden. Die Schadenersatzzahlungen seien als Spende für einen guten Zweck gedacht, so die Gesellschaft.

Andere Fluggesellschaften haben bislang keine Ansprüche an die britische Regierung erhoben. Ryanair hatte British Airways, Virgin Atlantic und andere Gesellschaften aufgefordert, sich den Forderungen anzuschließen. British Airways hatte bereits angekündigt, auf Schadenersatzklagen zu verzichten.

nkl/Reuters/AFP

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