Terrorpolicen: Allianz will wieder Flugzeuge versichern - DER SPIEGEL
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Terrorpolicen Allianz will wieder Flugzeuge versichern

Die Kosten von Terroranschlägen auf Flugzeuge seien unkalkulierbar und deshalb nicht versicherbar, hatten die Assekuranzen nach dem 11. September unisono behauptet. Aber das Geschäft lockt: Die Allianz will jetzt doch Terrorpolicen anbieten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - Die Allianz will demnächst wieder Fluggesellschaften umfassend gegen Terroranschläge versichern. Das bestätigte ein Sprecher gegenüber SPIEGEL ONLINE. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte zuvor berichtet, die Allianz werde entsprechende Policen mit einer Deckungssumme von fünf Milliarden Dollar anbieten.

Konkret geht es um die so genannte Luftfahrtdritthaftung. Damit werden Personen- und Sachschäden abgesichert, die bei Flugzeugabstürzen entstehen.

Nach den Anschlägen vom 11. September hatten sich alle großen Versicherer geweigert, Unternehmen gegen Terroranschläge zu versichern. Als Begründung hatten die Assekuranzen das nicht kalkulierbare Risiko angeführt. Derzeit bietet laut nur der US-Versicherer AIG eine Terror-Deckung in Höhe von einer Milliarde Dollar an.

Inzwischen schätzen die meisten Assekuranzen das Risiko wieder als beherrschbar ein. Nach dem Vorstoß der Allianz werden andere große Versicherer vermutlich nachziehen.

Trotz des Angebots der Allianz werde die Bundesregierung die Staatshaftung für Terroranschläge im Luftfahrtsektor voraussichtlich verlängern, schreibt die Zeitung. Nachdem die US-Regierung angekündigt habe, die Staatshaftung für heimische Fluglinien um weitere 60 Tage zu verlängern, werde Deutschland mitziehen, "damit den europäischen Fluggesellschaften keine Wettbewerbsnachteile entstehen", so ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums gegenüber der "SZ".