Terrorschäden Lufthansa verlangt Hilfe vom Staat
Hamburg - "Ohne Staatshaftung besteht die Möglichkeit, dass der Flugverkehr eingestellt werden muss", sagte Lufthansa-Manager Ralf Oelßner der "Financial Times Deutschland" (FTD). Die europäischen Staaten hatten schon einmal vorübergehend die Haftung für Terrorschäden übernommen, als nach den Anschlägen vom 11. September 2001 die Versicherer ihre Policen über Nacht kündigten.
Nun hätten diese erneut angekündigt, ab 2005 bestimmte Risiken nicht mehr abdecken zu wollen. Dazu gehört laut FTD ein Anschlag mit atomaren, biologischen oder chemischen Stoffen. Bisher können sich die Fluggesellschaften gegen Zahlung eines Zusatzbeitrags gegen solche Anschläge versichern. Diese Risiken "sind nicht kalkulierbar", sagte eine Sprecherin der Münchener Rück. Die Allianz Versicherung hat sich in dieser Frage noch nicht festgelegt, weist allerdings daraufhin, dass sie dafür Rückversicherungsschutz brauche.
Luftfahrtunternehmen sind gesetzlich und durch internationale Verträge gezwungen, ihre Haftung gegenüber Passagieren und Dritten durch eine Versicherung abzudecken. Nach dem Montrealer Übereinkommen dürfen sie ohne Versicherung nicht fliegen. "Wenn die Ausschlüsse greifen, haben wir keinen Versicherungsschutz für Terrorrisiken mehr", sagte Lufthansa-Mann Oelßner.