Teure Energie E.on macht glänzende Geschäfte
Düsseldorf - In den ersten sechs Monaten dieses Jahres konnte E.on das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro steigern, wie der Konzern heute mitteilte. Analysten hatten im Durchschnitt nur mit 4,6 Milliarden Euro gerechnet. Auch für den Rest des Jahres gibt sich der Energieversorger optimistisch: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern werde auf Jahressicht auf 7,3 Milliarden steigen und so das Niveau des Vorjahres übertreffen, hieß es heute. Bislang hatte man lediglich eine "leichte" Steigerung in Aussicht gestellt.
Der Umsatz erhöhte sich den Angaben zufolge von Januar bis Juni um 31 Prozent auf 36,9 Milliarden Euro und lag damit ebenfalls über den Expertenprognosen von durchschnittlich 36,6 Milliarden Euro.
Unterm Strich blieb ein etwas geringerer Überschuss von 2,8 Milliarden Euro. Allerdings war dies so von Analysten erwartet worden, da im Vorjahreszeitraum hohe Buchgewinne aus Unternehmensverkäufen angefallen waren. Auch im Gesamtjahr werde der Nettogewinn deshalb unter dem Vorjahresniveau bleiben, erklärte E.on.
Auch im Bezug auf die Übernahme des spanischen Stromunternehmens Endesa gab sich der Konzern optimistisch, trotz des Aufruhrs, den die Kaufpläne in Spanien hervorgerufen haben. Man rechne mit einem erfolgreichen Abschluss der Unternehmung. E.on messe der Transaktion weiterhin große Bedeutung zu, weil der spanische Stromversorger neue Wachstumschancen eröffne.
Die spanische Energiebehörde CNE hatte Ende Juli die Genehmigung zur Übernahme erteilt, allerdings nur unter zahlreichen Auflagen. Unter anderem soll E.on rund ein Drittel von Endesa verkaufen. Gegen die Auflagen wehrt sich nicht nur der Düsseldorfer Energiekonzern, auch die EU-Kommission hat sich eingeschaltet. E.on bekräftigte jetzt noch einmal, dass das Unternehmen für diese Auflagen keine Berechtigung sehe. Deshalb habe man auch beim spanischen Industrieministerium dagegen Beschwerde eingelegt.
ase/dpa/ddp/Dow Jones/reuters