Teure Energie: Ölpreis peilt 70-Dollar-Marke an - DER SPIEGEL
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Teure Energie Ölpreis peilt 70-Dollar-Marke an

Öl ist so teuer wie nie zuvor. Der Preis für ein Barrel Rohöl der US-Sorte WTI kletterte im gestrigen Abendhandel bis auf 67,40 Dollar. Grund ist ein drohender Hurrikan im Golf von Mexiko. Der Sturm könnte die dortige Ölförderung beeinträchtigen.
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New York - Der amerikanische Ölpreis hat damit einmal mehr ein Rekordniveau erreicht. Die bisherige Höchstmarke war am zwölften August mit 67,10 Dollar verbucht worden. Auch Heizöl, Benzin und Erdgas verteuerten sich zwischen 2,5 und 3,9 Prozent.

Ausschlaggebend war der Atlantiksturm Katrina, der die Ostküsten von Florida möglicherweise am Freitag als Hurrikan erreichen könnte. Er könnte dann Florida überqueren und im Golf von Mexiko Schäden an Bohrinseln, Ölplattformen und Erdgasproduktionsanlagen anrichten, befürchteten Ölmarktexperten. Der Golf von Mexiko ist eines der wichtigsten Öl- und Erdgasfördergebiete der USA und Mexikos.

Die US-Benzinvorräte waren in der vergangenen Berichtswoche nach Angaben des Energieministeriums um 3,2 Millionen Barrel auf 194,9 Millionen Barrel gefallen. Am vierten September laufen die US-Sommerferien mit dem Labor-Day-Feiertagswochenende aus. Bis dahin ist der Benzinverbrauch in den USA wegen der Hauptreisesaison weiter extrem hoch.

Dagegen erhöhten sich die amerikanischen Rohölvorräte in der vergangenen Berichtswoche weiter. Der Öl- und Energiemarkt widmete jedoch den Sturmgefahren mehr Aufmerksamkeit als den jüngsten Reservezahlen.

Die US-Öllagerbestände entwickelten sich nach Einschätzung von Rohstoffexpertin Sandra Ebner von der Deka Bank alles in allem "recht günstig". Das altbewährte Muster setze sich fort. Einem überraschend starken Anstieg der Rohöllagerbestände, stehe ein deutlicher Rückgang der Benzinlagerbestände und ein leichter Anstieg der Diesel- und Heizöllagerbestände gegenüber.

Kein Preisrückgang in Sicht

Trotz dieser Konstellation sind der Expertin zufolge deutliche Preisrückgänge beim Öl vorerst aber nicht zu erwarteten. Sie verwies auf den drohenden Hurrikan. Sollte das Risiko steigen, dass der Sturm die Produktion im Golf von Mexiko beeinträchtige, sei in den nächsten Tagen mit weiteren Preisanstiegen zu rechnen.

Die Hurrikan-Saison in den USA bewegt sich nach Einschätzung von Barclays Capital unterdessen auf ihren Höhepunkt zu, der im Zeitraum August bis September liege. Sollte sich tatsächlich ein Hurrikan im Golf von Mexiko entwickeln und an den Ölinstallationen Schäden anrichten, halten Marktbeobachter einen Anstieg der Ölpreise auf 70 Dollar je Barrel für möglich.