EU Teure Freunde
Wegen Klüngelwirtschaft in der EUKommission gerät Edith Cresson verstärkt unter Druck. Die französische Forschungskommissarin soll einen persönlichen Freund mit lukrativen Jobs aus der EU-Kasse versorgt haben. Der französische Zahnarzt René Berthelot aus Cressons Heimatort Châtellerault hat seit 1995 monatliche Beraterhonorare und Mietzuschüsse von über 12 000 Mark bezogen. Sein Vertragspartner war der unter Betrugsverdacht stehende Luxemburger Consultant Claude Perry, der humanitäre Hilfsgelder der EU für die Bezahlung von Personal zweckentfremdet haben soll (SPIEGEL 39/1998). Cresson-Freund Berthelot soll zudem vom 1. Dezember 1995 bis zum 31. Dezember 1997 als »wissenschaftlicher Besucher« in der ihr unterstehenden Generaldirektion XII mit einem monatlichen Entgelt von 7325 Mark beschäftigt worden sein. Seine dortigen Bezüge haben sich am 1. März 1996 angeblich noch erhöht, als der Vertrag mit Perry auslief. Auch Berthelots Sohn Philippe wurde mit einem Einjahresvertrag als wissenschaftliche Hilfskraft beschäftigt.