BERLINER VOLKSBANK Teure Pleite
Der Betrugsskandal um die Berliner Volksbank, in dessen Verlauf am vergangenen Mittwoch Vorstandssprecher Ulrich Misgeld verhaftet wurde, könnte das Institut teuer zu stehen kommen. Das gilt zumindest für den geschlossenen Immobilienfonds, der das Projekt Tabakmoschee in Dresden finanzieren sollte. Offenbar in Kenntnis der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen hatten die betroffenen Anleger im Mai eine ungewöhnliche Vereinbarung mit der Volksbank erwirkt. Danach muß die Bank alle Anlegergelder zurückzahlen, wenn ein verantwortlicher Mitarbeiter der Bank »wegen Straftaten gegen das Vermögen« der Anleger rechtskräftig verurteilt wird. Auch ein Strafbefehl über mehr als 150 000 Mark reiche dafür aus. Ungewöhnlich war bereits die Fondsauflage: Die Haftung lag über der Einlage - laut Prospekt, »weil die endfinanzierende Bank dieses zur Auflage ... gemacht hat«.