Teure Stromriesen: Behörde kappt Netzgebühren - DER SPIEGEL
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Teure Stromriesen Behörde kappt Netzgebühren

Die Bundesnetzagentur greift durch: Die Stromriesen EnBW und RWE müssen die Gebühren für die Nutzung ihrer Netzes durch andere Stromanbieter zum Teil erheblich senken. Die Netzentgelte machen etwa ein Drittel des Strompreises aus.
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Karlsruhe/Bonn - Bei den Netzen der EnBW   wurden nach Angaben der Bundesnetzagentur rund acht Prozent der beantragten Kosten nicht anerkannt, bei der RWE   neun Prozent. Beim regionalen Verteilnetzbetreiber TEN Thüringer Energienetze wurden die beantragten Preise sogar um 14 Prozent gekürzt. "Die Kürzungen bei den Kosten sind jeweils von kostenrechnerischen unternehmensindividuellen Gegebenheiten geprägt und fallen daher unterschiedlich aus", erklärte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth. Die Genehmigungen für die Preise gelten bis Ende 2007.

Es ist schon das zweite Mal, dass die Behörde bei der neu eingeführten Bewilligung der Stromdurchleitungsgebühren durchgreift. Die Agentur hatte die beantragten Netzgebühren des Stromanbieters Vattenfall   um 18 Prozent gekürzt und damit erstmals in die Preisgestaltung der Energiekonzerne eingegriffen. Langfristig sollen damit die Chancen für andere private Stromanbieter verbessert werden und die Strompreise sinken. Die Netzentgelte machen nach Einschätzung von Fachleuten etwa ein Drittel des Strompreises aus.

Die EnBW-Netztochter Transportnetze AG kritisierte die Entscheidung heute bereits als "nicht nachvollziehbar". Die Kürzung für die Gebühren im EnBW-Höchstspannungsnetz seien in der Sache unbegründet und rechtlich fragwürdig. "Die Kürzung basiert auf sachlich und betriebswirtschaftlich nicht nachvollziehbaren Annahmen und Auslegungen", sagte ein Vorstandssprecher. Das Unternehmen werde rechtliche Schritte gegen den Bescheid prüfen.

Die unternehmerischen Auswirkungen des Bescheids lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt nach Angaben eines EnBW-Sprechers nicht absehen. In der EnBW-Stellungnahme heißt es lediglich: "Die erheblichen wirtschaftlichen Einbußen, die durch die Vorgaben der Bundesnetzagentur entstehen, machen weitere Einsparungen beim Betrieb und Ausbau des Höchstspannungsübertragungsnetzes erforderlich."

ase/dpa