Teurer Rohstoff Ölpreis erklimmt weiteren Rekord
New York Das neue Rekordhoch im New Yorker Handel lag bei 75,78 Dollar. Auch die Nordseesorte Brent kletterte über 75 Dollar pro Barrel. Damit setzt sich der Trend zu höheren Ölpreisen fort, nachdem der Barrel-Preis für Leichtöl an der New Yorker Rohstoffbörse schon am Mittwoch ein Höchststand erreicht hatte, am Donnerstag aber wieder leicht gefallen war.
Fachleute haben zwei Preistreiber ausgemacht: In den USA ist der Benzinverbrauch trotz sehr hoher Preise um 1,4 Prozent gestiegen. Marktbeobachter schließen daraus, dass die US-Bürger sich trotz hoher Spritkosten nicht vom Autofahren abhalten lassen. Die USA sind der größte Energieverbraucher der Welt, seit Wochenbeginn läuft dort die sommerliche Urlaubssaison. Der Verbrauchsanstieg überlagerte sogar den preisentlastenden Anstieg der US-Benzinbestände um 700.000 Barrel auf 213 Millionen Barrel.
Benzin in Deutschland unweit des Jahreshochs
Außerdem nehmen die Ölhändler die weltpolitischen Spannungen ernst, etwa die Raketentests Nordkoreas und die Krise zwischen dem Westen und dem Iran über die Atompläne des Ölförderlandes.
Die Energieagentur (IEA) hält weitere Rekorde in den kommenden Wochen für möglich. "Wenn es zu großen Hurrikanen kommt oder die geopolitischen Risiken zunehmen, könnten wir noch höhere Preise als bisher sehen", zitierte die "Financial Times Deutschland" IEA-Chefökonom Fatih Birol. Es gebe drei Hauptgründe für die hohen Preise. Weltweit seien nicht genug Reservekapazitäten bei der Rohölproduktion vorhanden. Eng sehe es ebenfalls bei den Raffineriekapazitäten aus. Hinzu kämen geopolitische Spannungen rund um wichtige Förderländer wie Iran, Nigeria oder Irak.
Kraftstoffe verharrten in Deutschland nahe der Jahreshöchstpreise: Nach Aral-Informationen kostete ein Liter Super am Freitagmorgen im Schnitt 1,37 Euro, ein Liter Diesel 1,15 Euro.
itz/AP