Teurer Strom E.on und RWE planen neuen Preis-Schub
Die jüngsten Strompreiserhöhungen waren bereits in der vergangenen Woche von Politikern heftig kritisiert worden. Angesichts der drohenden Strompreiserhöhungen sollten Kunden nach Einschätzung des Präsidenten der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, ernsthaft über einen Wechsel des Anbieters nachdenken. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Kurth, oft genüge es sogar, "dem angestammten Anbieter seine Wechselabsicht mitzuteilen, um einen günstigeren Tarif angeboten zu bekommen".
Wegen der Preiserhöhung zum ersten Juli laufen einem Zeitungsbericht zufolge Vattenfall in Berlin schon jetzt die Kunden davon. Die Vattenfall-Konkurrenten verbuchten seit Ankündigung der Strompreiserhöhung Anfang Mai einen Zustrom von Kunden, schrieb die "Berliner Zeitung" unter Berufung auf eine Umfrage bei den Konkurrenzanbietern Flexstrom, Lichtblick, Eprimo und Nuon. Zu den Wettbewerbern wechselten demnach jeweils mehr als eintausend Kunden. In den ersten Monaten des Jahres waren es pro Anbieter nur einige hundert gewesen.
Zum 1. Juli läuft die Bundesverordnung Elektrizität aus, die den Stromerzeugern bislang vorschreibt, bei den Landesbehörden höhere Preise genehmigen zu lassen. Kritiker werfen den Stromkonzernen vor, dies schamlos für Preiserhöhungen zu nutzen. Die Versorger selbst machen meist ihre gestiegenen Bezugskosten für die Erhöhung der Verbraucherpreise verantwortlich. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und Verbraucherschützer hatten Stromkunden schon aufgerufen, sich durch einen Wechsel des Anbieters gegen die höheren Preise zu wehren.
Für wechselwillige Kunden bieten Internetportale wie www.stromtip.de , www.stromseite.de oder www.verivox.de kostenlose Preisvergleiche. Zur Tarifberechnung muss dabei meistens der Jahresverbrauch laut der jüngsten Stromrechnung sowie die Postleitzahl eingegeben werden. Wer einen neuen Anbieter gefunden hat, muss in der Regel lediglich den unterzeichneten Vertrag an das neue Unternehmen schicken. Dieses übernimmt dann kostenlos die restlichen Formalitäten, darunter die Kündigung des bisherigen Versorgers.
itz/AP/AFP