Teurer Strom: Neue Preisrunde eröffnet - DER SPIEGEL
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Teurer Strom Neue Preisrunde eröffnet

Fast alle deutschen Stromkonzerne erhöhen im nächsten Jahr die Preise. Davon betroffen sind sowohl die lokalen Netznutzer als auch Privathaushalte. Nur Marktführer E.ON will seine Gebühren unverändert lassen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Essen - Der Stromkonzern RWE   gab bekannt, ab dem 1. Januar 2005 seine Gebühren für lokale Netznutzer um knapp zehn Prozent anzuheben. Zuvor hatte der schwedische Konkurrent Vattenfall Europe   einen Aufschlag von 28 Prozent angekündigt. Die Energie Baden-Württemberg (EnBW)   prüft derzeit eine Preiserhöhung. Ein Sprecher des Marktführers E.ON   sagte, der Konzern wolle seine Netznutzungsgebühren Anfang kommenden Jahres unverändert zu lassen.

Die höheren Gebühren werden sich auch auf die Strompreise für Privathaushalte auswirken. Die Regionalgesellschaften des Essener RWE-Konzern wollen ihre Strompreise mit Beginn des nächsten Jahres erhöhen. Geplant sei eine Preisanhebung von etwa fünf Prozent. Die rund sieben Millionen Kunden müssten bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch von etwa 3500 Kilowattstunden jährlich rund vier Euro mehr pro Monat zahlen. Die Preiserhöhung muss jedoch noch von den zuständigen Behörden genehmigt werden. Mit einer Entscheidung über die endgültige Höhe rechnet RWE gegen Ende des Jahres.

Gewerbebetriebe mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 10.000 Kilowattstunden jährlich müssten dann etwa acht bis zwölf Euro mehr pro Monat zahlen.

Als Grund für die Preiserhöhung nannten die Unternehmen äußere Belastungen durch die Förderung der erneuerbaren Energien. Für den Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) ist dies "scheinheilig". RWE und andere große Stromkonzerne seien selbst der Preistreiber. RWE plane eine "weitere Abzocke der Stromkunden".