Teurer Vogel
Deutschlands Flugzeugbauer erwarten neuen Schub aus Bonn. 14 Stunden verhandelte am Montag letzter Woche Günter Vogelsang, Krupp-Chef und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Vereinigten Flugtechnischen Werke-Fokker (VFW) in Bremen, mit Wirtschafts-Staatssekretär Detlev Karsten Rohwedder über neue Starthilfen für das Projekt VFW 614. Bislang kostete der Kurzstrecken-Kleinjet (Reichweite 860 km, 40 Sitzplätze) den Staat 212 Millionen Mark Entwicklungshilfe. Der Bund ist außerdem bereit, bis 1975 für Entwicklungskosten weitere 134 Millionen Mark aufzuwenden sowie 155 Millionen an Bürgschaften zu übernehmen. Diese Dotation genügte den Flugzeugbauern nicht. Zwar verzichteten sie -- wie von Rohwedder befürchtet -- darauf, das Projekt ganz abzublasen. Doch beschloß der VFW-Aufsichtsrat am vergangenen Donnerstag, mit neuen Forderungen einzukommen: Neben weiteren Zuschüssen soll Bonn konzedieren, daß mögliche Verluste der VFW 614 nicht mit den Gewinnen aus den rentablen Produktionszweigen (vor allem aus Bonner Militäraufträgen) der Flugzeugwerft verrechnet werden müssen.