Teurere Rohstoffe ThyssenKrupp-Chef verlangt höhere Stahlpreise
Hamburg - Kunden des Stahlherstellers, die einen Jahresvertrag mit fest vereinbarten Preisen für 2008 haben, könnten auf der Einhaltung bestehen, sagte ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz. Aber sie müssten sich "dann darauf einstellen, dass die Preise für das Jahr 2009 deutlich stärker steigen", sagte er im SPIEGEL-Gespräch.
Außerdem könne diesen Kunden nicht garantiert werden, dass sie im Jahr 2009 die gewünschte Menge Stahl von dem Düsseldorfer Konzern erhielten. "Denn unser Qualitätsstahl ist knapp", erklärte Schulz.
Als Alternative bietet der ThyssenKrupp-Chef den Unternehmen an, jetzt über eine "neue Vertragslaufzeit beispielsweise vom 1. Juli 2008 bis zum 30. Juni 2009" zu verhandeln.
Schulz wehrt sich zugleich gegen die harsche Kritik der Industrie an den drastisch gestiegenen Stahlpreisen seines Unternehmens. "Wir sind nicht Treiber dieser Entwicklung, sondern Getriebene", sagte Schulz. ThyssenKrupp müsse selbst stark gestiegene Preise für Eisenerz und Kohle zahlen und könne nur versuchen, die höheren Kosten wieder hereinzuholen. "Rohstoffe, Brennstoffe und Energie machen 70 bis 80 Prozent der Gesamtkosten pro Tonne Stahl aus."
Massive Kritik übt Schulz an seinen chinesischen Konkurrenten. Diese produzierten den Stahl teilweise mit "katastrophalen Hochöfen". Der spezifische Koksverbrauch liege im Durchschnitt 20 Prozent über dem der deutschen Hochöfen.
Insgesamt verbrauchten die Chinesen 50 Millionen Tonnen mehr Koks, weil sie "ineffiziente Technologien verwenden", monierte der Manager. Damit würden "180 Millionen Tonnen CO2 mehr in die Luft" gepustet. Diese ganzen "alten Hochöfen" müssten "sofort stillgelegt werden", fordert Schulz.