Teures 2008 Inflation auf höchstem Stand seit 14 Jahren
Wiesbaden - Die Preise in Deutschland sind im Jahresdurchschnitt 2008 um 2,6 Prozent gestiegen und damit so stark wie seit 14 Jahren nicht. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag aufgrund vorläufiger Ergebnisse aus sechs Bundesländern mit. Damals, 1994, betrug die Teuerungsrate 2,8 Prozent.
Kostentreiber Benzin: Rekordpreise für Öl sorgten für hohe Teuerung
Foto: DPADas Jahr 2008 begann demnach mit relativ hohen Teuerungsraten. Im Juni und Juli erreichte der Preisauftrieb dann mit jeweils 3,3 Prozent gegenüber den Vorjahresmonaten den höchsten Stand 2008.
Seitdem schwächte sich der Anstieg aber wieder ab: Im November lag die Inflationsrate auf einem Zweijahrestief von 1,4 Prozent, im Dezember sank sie weiter auf 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ab. Die endgültigen Ergebnisse sollen am 15. Januar 2009 veröffentlicht werden.
Grund für das starke Auf und Ab bei den Verbraucherpreisen ist vor allem die Preisentwicklung beim Öl. Rekordhohe Ölpreise hatten die Inflationsrate mit 3,3 Prozent auf ein 15-Jahres-Hoch getrieben. Seither sind die Ölpreise wegen der weltweit sinkenden Nachfrage kräftig gefallen. Ein Fass kostet nur noch 40 Dollar und damit gut hundert Dollar weniger als beim Höchststand im Sommer.
Für das Jahr 2009 rechnen die Bundesbank und Wirtschaftsforschungsinstitute nur noch mit einem Preisanstieg von durchschnittlich 0,8 Prozent. Das wäre der niedrigste Wert seit zehn Jahren. "Inflation ist jetzt kein Thema mehr", sagte der Konjunkturexperte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Karl Brenke. Grund sei vor allem der Preisverfall bei Importgütern, allen voran Rohöl.