Teures Öl zu Weihnachten?
An den internationalen Ölmärkten steht eine Wende bevor. Ein halbes Jahr lang schon sind die Preise am Rotterdamer freien Markt gedrückt. Nordsee- und Mexiko-Öl wurden billiger, in den USA bröckeln die Benzinpreise: Saudi-Arabien, der größte Ölexporteur, hatte nach Ausbruch des Iran-Irak-Krieges seine Ölförderung rasch erhöht, die Industrieländer aber hatten gleichzeitig den Verbrauch gesenkt. Täglich gerieten bis zu drei Millionen Barrel (408 000 Tonnen) mehr Öl auf die Märkte, als dort gebraucht wurden. Die Überschüsse wurden zu teils stark gedrückten Preisen auf Lager genommen. Nun aber geht das Billig-Öl zur Neige. Das Opec-Imperium schlägt zurück. Einige seiner mächtigsten Mitglieder haben seit mehreren Wochen die Ölförderung gedrosselt. Mit 21,5 Millionen Barrel (2,9 Millionen Tonnen) Tagesproduktion sank die Opec-Förderung auf ihren niedrigsten Stand seit elf Jahren. Ende 1979 hatte die Tagesförderung der Ölproduzenten noch bei 31,1 Millionen Barrel gelegen. Etwa zu Weihnachten, schätzt das Petroleum-Gewerbe, könnten die gewerblichen und privaten Läger so weit ausgeräumt sein, daß der Angebotsmangel nicht mehr aus den Vorräten auszugleichen ist. Wenn es dann einen harten Winter gibt, steigen die Preise.