Teures Tanken: Benzinpreis markiert Jahreshoch - DER SPIEGEL
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Teures Tanken Benzinpreis markiert Jahreshoch

Wenige Tage vor Beginn der Osterreisewelle hat der Spritpreis in Deutschland ein neues Jahreshoch erreicht. Auslöser dafür sind die Benzineinkäufe der USA. Die Vereinigten Staaten decken sich derzeit im großen Stil bei Europas Raffinerien ein.
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Hamburg - Super kostete im Bundesschnitt nach zwei Preiserhöhungen 1,32 Euro pro Liter, wie der Hamburger Energie-Informationsdienst (EID) mitteilte. Bisher lag das Jahreshoch bei 1,31 Euro am 30. März. Diesel kostet den Angaben zufolge rund 1,13 Euro im Bundesschnitt. Damit wurde das Preisniveau von Ende März erneut erreicht.

Wie schon in den vergangenen Jahren fließen nach Untersuchungen des EID große Benzinmengen aus Europa in die USA, weil dort nicht genug Raffineriekapazität vorhanden ist. Demnach haben Benzin-Exporte in die Vereinigten Staaten offenbar schon eingesetzt. "Während der Rohölpreis seit Anfang März nur um sieben Prozent gestiegen ist, kletterte der Preis für Eurosuper in Rotterdam in der gleichen Zeit um 23 Prozent", hieß es. Diesel sei nur fünf bis sechs Prozent teurer geworden.

Als Grund für die Nachfrage aus den Vereinigten Staaten verweisen Ölexperten auf strengere Umweltanforderungen, die dieses Jahr in den USA in Kraft treten. Schon bisher wurden vor allem sehr schwefelarme Kraftstoffsorten aus Europa in die USA verschifft, weil dort in vielen Raffinerien die teuren Entschwefelungsanlagen fehlen. In Europa fließen diese Benzinmengen vor allem aus Raffinerien an den Küsten Englands, Irlands oder der Kanalküste, die schnell mit Tankern von der US-Ostküste zu erreichen sind. Dennoch steigen durch diese abgezogenen Mengen die Preise auch in Deutschland, da der Benzinmarkt in Rotterdam den Preis hier zu Lande bestimmt.

Niedrige Lagerbestände in den USA

In den USA waren am Mittwoch Daten über niedrige Lagerbestände von Benzin bekannt geworden. In wenigen Wochen setzt dort zudem die so genannte Driving Season ein, in der die Bürger bei Ausflügen und Urlauben große Strecken im Auto zurücklegen und so den Benzinverbrauch in die Höhe treiben.

Der EID hält es für "nicht unwahrscheinlich", dass vor allem als Folge des US-Importbedarfs die bisherigen Benzin-Höchstpreise in Deutschland von 1,46 Euro für den Liter Super (erreicht September 2005) im Sommer getestet werden. Ein Esso-Sprecher erinnerte allerdings daran, dass die Benzinpreise in Deutschland den Produktpreisen in Rotterdam noch nicht vollständig gefolgt seien.

Am Rohölmarkt sind derweil die Sorgen wegen der Iran-Krise nach wie vor nicht besänftigt. Außerdem ist die Förderung im unruhegeschüttelten Nigeria immer noch um rund ein Viertel eingeschränkt. Auch der Konflikt in Venezuela zwischen der Regierung und ausländischen Ölmultis beruhigt die Preise nicht.

Claus-Peter Tiemann, AP