Textildiscounter: Kik will Besserverdiener ködern - DER SPIEGEL
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Textildiscounter Kik will Besserverdiener ködern

In der Rezession wittert die Billigkette ihre Chance: Laut Firmenchef Heinig kaufen zunehmend Kunden, die bisher teure Kleidung bevorzugten, bei Kik. Mit mehr Marken und einer Werbeoffensive will der Textildiscounter seinen Umsatz steigern.
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Berlin - Der Textildiscounter Kik will die Wirtschaftskrise für Wachstum nutzen: "Wir gewinnen inzwischen Kunden mit dickerem Portemonnaie aus dem mittleren Preissegment, die bisher nicht bei uns gekauft haben", sagte Firmenchef Stefan Heinig der Tageszeitung "Welt".

Kik hat seinen Firmensitz in Bönen bei Dortmund und betreibt in sechs europäischen Ländern 2700 Filialen mit einem Umsatz von 1,4 Milliarden Euro. Die Billigklamotten sind besonders für krisengebeutelte Kunden attraktiv, die sparsam einkaufen müssen.

Doch die Textilkrise ging selbst an Kik nicht spurlos vorbei. "Auch wir haben leicht an Umsatz verloren, aber längst nicht so viel wie der Gesamtmarkt. Die Kunden kaufen zwar mehr Ware, aber weil die Preise im Laden gefallen sind, ist nicht mehr Geld in unserer Kasse", sagte Heinig.

Nach Darstellung des Firmenchefs profitiert Kik stark von sogenannten "Smart-Shoppern" - cleveren Kunden. Die kaufen sowohl teure Markenware als auch Billigkleidung des Discounters. Heinig kündigte an, dass es bei Kik künftig verstärkt Marken geben wird. Das Unternehmen hat vor kurzem den Sockenhersteller Ergee übernommen und ist an weiteren Marken interessiert.

Um neue Kunden zu gewinnen, werde Kik in den nächsten Jahren auf Angriffskurs gehen, sagte Heinig. Dafür werde der Discounter seine Werbeausgaben massiv steigern: "Wir schalten Fernsehspots, ganzseitige Zeitungsanzeigen, auch in türkisch- und russischsprachigen Medien in Deutschland. Das sind attraktive Kundengruppen für uns."

Pro Jahr werde Kik weiterhin rund 300 neue Filialen eröffnen. Mit den Neueröffnungen und dem gesamten Europageschäft erwarte er abermals einen Umsatzzuwachs von mehr als zehn Prozent für die Gruppe, sagte Heinig.

maf/AFP/dpa

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