Thierse-Vorschlag Wessis sollen länger arbeiten
Berlin - Grundsätzlich müsse alles diskutiert werden, was dem Wirtschaftswachstum im Wege steht, so Thierse (SPD) im RBB-Inforadio. Dazu gehöre es, über Urlaubsdauer, Feiertage und einen umfassenden Subventionsabbau nachzudenken. Auch Union und Arbeitgebervertreter hatten sich am Wochenende für eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche stark gemacht.
Dem widersprach SPD-Präsidiumsmitglied Andrea Nahles. Sie lehnte Vorschläge zu längeren Arbeitszeiten und der Abschaffung von Feiertagen entschieden ab. Bei sieben Millionen fehlenden Arbeitsplätzen seien längere Arbeitszeiten keine Lösung. Im Hinblick auf die Diskussion um die Feiertage sagte sie: "Wir können demnächst auch Ostern und Weihnachten zusammenlegen. Dann haben wir sicherlich auch volkswirtschaftlich was erreicht."
In der erneut aufgeflammten Diskussion über eine Verlängerung der Arbeitszeit in Deutschland sieht die FDP gute Einigungschancen mit den Gewerkschaften. Nach dem Scheitern des Regierungsplans, den Tag der Deutschen Einheit auf einen Sonntag zu verlegen, sagte der FDP-Vize Rainer Brüderle am Montag im ZDF-Morgenmagazin, angesichts der Sparzwänge sei klar, dass mehr gearbeitet werden müsse. "Wir sind nicht blöder als früher, nicht fauler als früher, wir sind falsch aufgestellt", fügte er hinzu. Als nachahmenswerte Beispiele nannte der Politiker die getroffenen Lösungen bei Siemens und Opel.
Brüderle zeigte sich überzeugt, dass diesbezügliche Gespräche mit den Gewerkschaften überall möglich seien. "Die Gewerkschaften fangen an, sich zu bewegen", sagte er. Sie müssten sich in neue Strukturen hineinbewegen. Der Liberale sagte, er habe den Eindruck, dass die Gewerkschaften noch oft in den Denkstrukturen der siebziger Jahre lebten.