Affären Thyssen bürgt
Bewegung im Fall Thyssen: Peter Welzel, 66, der frühere Geschäftsführer des DDR-Außenhandelsbetriebes Metallurgiehandel (MH) und spätere Geschäftsführer von Thyssen Handel Berlin, wurde gegen Zahlung einer Kaution von 12,5 Millionen Mark aus der Untersuchungshaftanstalt Berlin-Moabit entlassen. Seit Mai 1996 ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft unter anderem gegen Welzel und mehrere Thyssen-Vorstände: Die Beschuldigten sollen bei der Abwicklung von MH durch Thyssen 73 Millionen Mark veruntreut haben. Thyssen bestreitet die Vorwürfe. Während Welzel am 8. August dieses Jahres verhaftet wurde, setzte das Amtsgericht damals die Vollstreckung der Haftbefehle gegen sieben Thyssen-Manager, darunter Konzernchef Dieter Vogel, gegen Kautionen von bis zu 2,5 Millionen Mark aus. Die jetzt erlassene 12,5-Millionen-Kaution für Welzel hat in erster Linie Thyssen aufgebracht: Rund 2,5 Millionen Mark stellt der Ostmanager selbst, für knapp 10 Millionen Mark wurde eine Bankbürgschaft im Auftrag des Stahlkonzerns hinterlegt. Das Unternehmen habe gegenüber seinem einstigen Mitarbeiter Welzel, so ein Konzernsprecher, »die gleiche Fürsorgepflicht wie bei den anderen Firmenmitgliedern«.