ThyssenKrupp Aktionäre rebellieren
Hamburg - Großaktionäre des Stahlriesen wollen Kriwet angeblich auf der Hauptversammlung am kommenden Freitag, 2. März die Entlastung verweigern, wenn dieser bis dahin keine personellen Entscheidungen getroffen hat. Das berichtet das Hamburger Magazin "Stern" in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Artikel ohne Nennung von Quellen.
Nach Presseberichten will Kriwet entgegen ursprünglicher Überlegungen den Aufsichtsratsvorsitz nicht räumen, um ihn für den bisherigen Vorstandsvorsitzenden Gerhard Cromme freizumachen. Die bisherige Doppelspitze im Vorstand aus Gerhard Cromme und Ekkehard Schulz war mehrfach als uneffektiv kritisiert worden.
Neben der Krupp-Stiftung (Anteil 17,36 Prozent) seien auch die Anteilseigner Iran (7,69 Prozent), Commerzbank und Allianz (zusammen rund sieben Prozent) und einige Fonds bereit, gegen Kriwet zu stimmen, schreibt der "Stern". Sie machten den Aufsichtsrats-Chef dafür verantwortlich, dass das Management zwei Jahre nach der Fusion immer noch zweigeteilt sei.
Das Magazin "Focus Money" berichtet in diesem Zusammenhang, dass der Geschäftsführer des Finanzdienstleisters Idunahall, Bernd Günther, beantragen will, dass die Vorstände und Aufsichtsräte einzeln und nicht wie gewöhnlich als Gesamtorgan entlastet werden. Günther vertrete nach eigenen Angaben Stimmrechte seiner Kunden von mehr als 2,1 Millionen Aktien, schreibt das Magazin in einem ebenfalls am Mittwoch vorab veröffentlichten Artikel.
"Das Management um ThyssenKrupp-Chef Gerhard Cromme hat Millionen für den geplatzten Börsengang der Stahlsparte verschwendet", kritisierte Günther gegenüber "Focus Money". Bereits am vergangenen Freitag hatte das Magazin berichtet, dass Kriwet auf der Hauptversammlung gestürzt werden solle. Dies wäre dem "Stern" zufolge ein in der deutschen Großindustrie "einmaliger Vorgang".