ThyssenKrupp Börsengang der Stahlsparte abgesagt
Düsseldorf - Als Grund für die Verschiebung nannte das Unternehmen die geringe derzeitige Bewertung des Stahlsektors an den Börsen. Es sei ein Kursniveau erreicht worden, das den wahren Wert der Stahlaktien nicht mehr widerspiegele. Vom Markt werde auch nicht berücksichtigt, dass ThyssenKrupp Steel die Kosten durch weitere Rationalisierungs- und Verbesserungsmaßnahmen um bis zu 400 Millionen Euro pro Jahr senken könnte.
Die Entscheidung, den Börsengang auszusetzen, sei umso bedauerlicher, als die wirtschaftliche Entwicklung der Steel-Gruppe sehr gut sei. Allein im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 1999/2000 habe ThyssenKrupp Steel ein Vor-Steuer-Ergebnis von rund 200 Millionen Euro erwirtschaftet, mehr als im gesamten ersten Halbjahr. Für das vierte Quartal werde trotz der Ferienmonate wiederum ein sehr gutes Ergebnis erwartet.
Auch der Verkauf von der Stahlsparte sei eine denkbare Option, sagte der Chef des ThyssenKrupp-Konzerns, Ekkehard Schulz. Auch sei der Börsengang der Firmentochter nicht endgültig abgesagt. Der französische Stahlkonzern Usinor bekundete indes Interesse an ThyssenKrupp Steel. Usinor werde eine Übernahme prüfen, wenn das Unternehmen zum Verkauf angeboten werden sollte. Gespräche zwischen den beiden Konzernen gibt es nach Worten von Schulz allerdings noch nicht.
An der Frankfurter Börse wurde die Ankündigung mit einem Kurssturz der ThyssenKrupp-Aktie quittiert. Am Vormittag sackte der Kurs zunächst um rund siebeneinhalb Prozent ab, zum Mittag lag er noch mit gut vier Prozent im Minus.