ThyssenKrupp Cromme gibt eigene Fehler zu
Duisburg - Der ThyssenKrupp-Konzern erwartet in seinem Geschäftsbereich "Production Systems" Verluste von mehreren hundert Millionen Mark. Konzernchef Gerhard Cromme machte die schlechte Entwicklung in dem Geschäftsbereich zusammen mit "Missverständnissen und Ungeschicklichkeiten" für den kräftigen Kursrückgang der ThyssenKrupp-Aktie verantwortlich, die vor drei Wochen allein am Tag der Hauptversammlung um 15 Prozent eingebrochen war.
"Wir haben in der Tat ein Glaubwürdigkeitsproblem, an dem wir arbeiten", sagte Cromme vor der Konzern-Betriebsrätekonferenz des Unternehmens.
Der Vorsitzende des ThyssenKrupp-Konzernbetriebsrats, Dieter Kroll, warnte vor einer einseitigen Orientierung der Konzernstrategie an den Vorgaben des Kapitalmarkts. "Nirgendwo ist im Wertmanagement von Menschen die Rede, schon gar nicht von arbeitenden Menschen", sagte Kroll. Seiner Meinung nach werde bei ThyssenKrupp so getan, als ob nur das Kapital im Konzern arbeite. "Die Folge ist eine zunehmende Demotivierung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, ganz besonders dort, wo Kostensenkungsprogramme ihr Übriges tun."
Kroll forderte den Vorstand auf, sich stärker für die Unternehmenskultur, für Innovationen, Aus- und Weiterbildung zu engagieren und die Mitarbeiter mehr in den Mittelpunkt des Handelns zu stellen.