ThyssenKrupp Gerüchte um Fusion mit Usinor
Duisburg - Eigentlich sollte es nur um elektronischen Handel gehen. ThyssenKrupp Stahl will gemeinsam mit Usinor, Arbed/Aceralia und Corus einen Internet-Marktplatz aufbauen, teilten die Unternehmen mit. Er soll für sämtliche europäischen Metallerzeuger offen sein. Sie können nach den Planungen bereits ab dem ersten Quartal 2001 unter der Internet-Adresse www.BuyForMetals.com Dienstleistungen, Rohstoffe und Betriebsmittel einkaufen.
Die gemeinsame Aktion gibt jedoch Gerüchten einer Fusion von ThyssenKrupp mit der französischen Usinor-Gruppe neue Nahrung. Als weiteres Zeichen wird der Aufschub des Börsengangs der Duisburger Stahltochter von ThyssenKrupp gewertet. Eigentlich sollten rund dreißig Prozent an die Börse gebracht werden, eine Pressekonferenz dazu wurde jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben.
Usinor, größter europäischer Stahlproduzent (knapp 26 Millionen Tonnen Rohstahl), hat zu den Spekulationen bislang keinen Kommentar abgeben. Allerdings hatte Usinor-Vizechef Robert Hudry kürzlich zugegeben, dass konzernintern über mehrere Möglichkeiten für internationale Allianzen diskutiert werde. Usinor hatte Ende 1998 die belgische Cockerill-Sambre-Gruppe übernommen.
Der Konzern braucht aber noch weitere Partner: Die Konkurrenten Arbed und Corus machen ihm zunehmend die Marktführerschaft in Europa streitig. Erst unlängst hatten British Steel und die niederländische Hoogovens zur Corus fusioniert. Die luxemburgische Arbed hatte einige iberische Stahlfirmen gekauft.