Tierschutz: Schock-Kampagne gegen Hühner-Quäler - DER SPIEGEL
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Tierschutz Schock-Kampagne gegen Hühner-Quäler

Der Tierschutzbund greift zu drastischen Mitteln, um auf das Leid von Käfig-Hühnern hinzuweisen: Auf Plakaten und Postkarten outet der Verein Unternehmen, die Eier aus Massenhaltung verarbeiten. Zu den Beschuldigten zählen auch deutsche Markenhersteller.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Der Deutsche Tierschutzbund fordert eine Kennzeichnungspflicht für alle Produkte, in denen Eier enthalten sind. Um dieses Ziel zu erreichen, will der Verein nach Informationen des SPIEGEL zum Welttierschutztag am 4. Oktober eine drastische Kampagne starten.

Auf Plakaten und Postkarten sollen deutsche Unternehmen angeprangert werden, die besonders viele Eier aus Käfighaltung verarbeiten. Auf den Bildern sind neben den Produkten gequälte Hühner aus Massenhaltung zu sehen. Die Kampagne nimmt Marken wie Bahlsen (Kekse), Birkel (Nudeln), Coppenrath & Wiese (Torten) und Verpoorten (Eierlikör) ins Visier.

Genau wie auf Eierkartons und Eierschalen soll nach Auffassung der Tierschützer auch auf Nudel- oder Kuchenverpackungen zu lesen sein, ob die Eier aus Bio-, Freiland-, Boden- oder Käfighaltung stammen. „Der Verbraucher muss erkennen können, was für eine Landwirtschaft er beim Einkauf unterstützt“, sagt Wolfgang Apel, Präsident des Tierschutzbundes.

"Käfighaltung ist aus hygienischen Gründen zu bevorzugen"

Nach Erkenntnissen des Vereins verarbeitet die deutsche Lebensmittelindustrie jedes Jahr fünf Milliarden Eier aus Käfighaltung. Einige der größten deutschen Eier verarbeitenden Unternehmen wie Birkel, Coppenrath & Wiese oder Verpoorten bekommen an manchen Tagen die Flüssigkeit von über 500.000 Eiern angeliefert.

Von den betroffenen Unternehmen wollten sich nur Verpoorten und Coppenrath & Wiese zu der Tierschutz-Kampagne äußern. Der Eierlikör-Hersteller betonte, sich "kompromisslos" an den "Wünschen und Bedürfnissen unserer Kunden" zu orientieren. Deshalb verwende man nur frische Eier der Güteklasse A.

Allerdings räumte Verpoorten ein, dass die Eier in der Regel aus Käfighaltung stammen. Diese seien "aus hygienischen Gründen" zu bevorzugen. "Käfigware erweist sich in der Praxis als weniger kritisch hinsichtlich mikrobiologischer Risiken." Dies gelte zum Beispiel für Salmonellen und andere Krankheitserreger. Außerdem bestehe bei der Freilandhaltung stets die Gefahr von Seuchen, die durch Zugvögel übertragen werden.

Coppenrath & Wiese erklärte, bevorzugt mit regionalen Produzenten zusammenzuarbeiten. Dabei bewege man sich "zu 100 Prozent im Rahmen der deutschen Nutztierhaltungsverordnung". Zur Käfighaltung nahm das Unternehmen nicht direkt Stellung. Es sei aber fraglich, ob "der rasch steigende Bedarf an Eiern aus Freilandhaltung gedeckt werden kann".

wal

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