Time Warner: AOL enttäuscht erneut - DER SPIEGEL
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Time Warner AOL enttäuscht erneut

Der weltgrößte Medien- und Onlinekonzern Time Warner verbucht im dritten Quartal 2003 dank der hochprofitablen Kabelfernsehsparte einen Gewinnanstieg. Die Entscheidung, AOL aus dem Firmennamen zu streichen, erweist sich als berechtigt - das Geschäft des Internetproviders bricht weiter ein.
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New York - Time Warner hat im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres seinen Gewinn über die Analystenerwartungen hinaus gesteigert. Der Überschuss betrage 541 Millionen Dollar oder zwölf Cent je Aktie, teilte das Unternehmen vor Eröffnung des Wall-Street-Handels am Mittwoch in New York mit. Der Umsatz wuchs um vier Prozent auf 10,3 Milliarden Dollar.

Im Vorjahr hatte der Konzern - damals noch unter dem Namen AOL Time Warner - einen Verlust von 55 Millionen Dollar oder von einem Cent je Aktie eingefahren.

Time Warner bekräftigte seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Der Umsatz werde im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen. Im Vorjahr setzte der Konzern 41 Milliarden Dollar um.

Mögen die Zahlen für den Gesamtkonzern auch gut aussehen, die Internet-Sparte America Online bleibt weiter das Sorgenkind von Time Warner. AOL rechnet mit einem Umsatzrückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich. Das Anzeigengeschäft werde um 35 bis 45 Prozent einbrechen.

Time Warner hatte erst kürzlich die Bezeichnung "AOL" aus seinem Firmennamen gestrichen. AOL stand wegen vermeintlicher Bilanzfälschung in den USA unter Druck, zudem sanken die Erträge des Internetproviders stetig. In der Konzernbilanz waren zuletzt wieder die traditionellen Time-Warner-Sparten wie die Magazin-, Kabelfernseh-, Filmstudio- und Freizeitparktöchter mehr in den Vordergrund getreten.

Fortschritte erzielte der Konzern beim Schuldenabbau. Zum Quartalsende hatte Time Warner Verbindlichkeiten in Höhe von 24,1 Milliarden Dollar. Dies sind 100 Millionen Dollar weniger als zum Ende des zweiten Quartals. "Wir haben unser Schuldenziel für dieses Jahr bereits erreicht", sagte Konzernchef Dick Parsons. Er sei zuversichtlich, dass Time Warner 2004 seine Schulden wie geplant auf 20 Milliarden Dollar reduzieren könne.