Time Warner Herr der Ringe, Herr der Gewinne
New York - Es war der fünfte Quartalsanstieg in Folge seit Konzernchef Richard Parsons die Regie übernommen hat. Der Nettoüberschuss stieg auf 961 Millionen Dollar bzw. 20 Cent je Aktien nach 396 Millionen Dollar oder neun Cent je Aktie in der entsprechenden Vorjahresperiode. Der Umsatz nahm um 9,2 Prozent auf 10,1 Milliarden Dollar zu von 9,24 Milliarden Dollar im Jahr zuvor.
Zum Gewinn steuerten Firmenangaben zufolge vor allem die Filmtrilogie "Herr der Ringe" und die Nachfrage nach schnellen Internetanschlüssen in der Kabelfernsehsparte bei. Dagegen verlor der Internetdienst AOL, auf den noch 20 Prozent des Umsatzes entfallen, im ersten Quartal 237.000 Mitglieder.
Der Umsatz bei AOL war mit 2,19 Milliarden Dollar mehr oder weniger unverändert. Im Kabelgeschäft wuchs der Umsatz um 11 Prozent auf 2,04 Milliarden Dollar. Bei der Filmtochter stieg der Umsatz um 25 Prozent auf 2,95 Milliarden Dollar, doch das Verlagsgeschäft erlitt einen Umsatzrückgang um sechs Prozent auf 1,09 Milliarden Dollar. Der Umsatz der TV-Netzwerksparte stieg um fünf Prozent auf 2,04 Milliarden Dollar.
Nachdem der Schuldenberg deutlich reduziert wurde, denkt Time Warner wieder an Übernahmen. Mögliche Objekte sind das Hollywood-Studio Metro-Goldwyn-Mayer und das schwer angeschlagene Kabelunternehmen Adelphi.
Der Gewinn übertraf deutlich die Analysten-Erwartungen. "Ich kann mich nicht daran erinnern, wann sie zum letzten Mal so zugeschlagen haben", sagte Mark May von Kaufman Brothers. Der Kurs der Time-Warner-Aktie stieg im nachbörslichen Handel von 16,51 auf 17,12 Dollar Dollar.
"Das Management hat im Moment ein besseres Händchen für das Geschäft", sagte May. Die vorgelegten Ergebnisse seien ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen auf dem Weg zur Erholung sei, sagten auch andere Analysten.
Für das Gesamtjahr 2004 erwartet der Konzern einen prozentualen Anstieg des operativen Ergebnisses im niedrigen zweistelligen Bereich.