Time Warner: Steve Case schlägt Abspaltung von AOL vor - DER SPIEGEL
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Time Warner Steve Case schlägt Abspaltung von AOL vor

Steve Case hatte einst den milliardenschweren Zusammenschluss von AOL und Time Warner vorangetrieben. Der Niedergang des Großkonzerns hat den AOL-Gründer nun offensichtlich eines besseren belehrt. Jetzt nämlich plädiert er für eine Aufteilung des Mediengiganten.
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New-York - Er habe zwar entscheidend daran mitgearbeitet, AOL und Time Warner zusammenzubringen, nun sei es jedoch seiner Ansicht nach das Beste, den Merger wieder rückgängig zu machen und Time Warner in mehrere unabhängige Unternehmen aufzuteilen, schrieb Case in einem Beitrag für die "Washington Post". AOL könnte dann als eines davon seinen eigenen Weg gehen - "mit eigener Strategie, eigenen Aktien eigener Bilanz und eigenem Management".

Einen Bruch mit der bisher verfolgten Strategie, einen integrierten Medienkonzern zu formen, sieht Case, der erst im vergangenen Oktober aus dem Unternehmen ausgeschieden ist, nicht. Seine Devise habe immer gelautet, die Unternehmensteile wieder aufzuteilen, falls eine Zusammenführung nicht gelingen sollte.

Der Blickwinkel des Managers auf den Medienkonzern ist allerdings ein ganz anderer als der von Time-Warner-Chef Dick Parsons - aus seiner Sicht steht die Entwicklung des Internet-Prividers AOL im Mittelpunkt, ganz so als hätte es den Niedergang der New Economy nie gegeben. "Anstatt AOL in neue Höhen zu katapultieren, hat die Verbindung mit Time Warner AOL niedergedrückt. Konkurrenten wie Google und Yahoo haben währenddessen wichtige Schritte vorwärts gemacht.", schreibt Case.

Ganz allein steht er mit dem Vorschlag, Time Warner aufzuteilen, jedoch nicht. Eine ähnliche Meinung hatte in der letzten Woche bereits der Investor Carl C. Icahn vertreten, der rund drei Prozent der Time-Warner-Anteile hält, und auch mit persönlichen Angriffen auf Parsons nicht hinter dem Berg hält.
Er bezeichnet die geplante Zusammenarbeit mit dem Software-Riesen Microsoft   als einen schweren Fehler, mit dem man "den großen Wert von AOL" aufs Spiel setzen würde.