Tödliche Gewinnwarnung Met@box schmiert ab wie Gigabell
Frankfurt - Met@box hat seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr von 198 Millionen Mark auf 70 Millionen Mark korrigiert. Statt eines prognostizierten Gewinns von 14 Millionen Mark sei nun ein Verlust von 15 Millionen zu erwarten, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Grund seien Auslieferungsprobleme, nachdem sich die Konfiguration der neuen Gerätegeneration verzögert habe. Die Aktie am Neuen Markt gab daraufhin um mehr als 40 Prozent nach.
Met@box hatte im Juli drei Großaufträge angekündigt. Insgesamt sollte die sagenhafte Summe von 2,8 Millionen Set-Top-Boxen ausgeliefert werden. Zum Vergleich: Letztes Jahr hatte die Gesamtproduktion erst bei 10.000 Boxen gelegen. Die Geräte statten einen normalen Fernseher mit Zusatzfunktionen wie E-Mail und Internetzugang aus.
Noch vor kurzem hatte das Unternehmen versichert, dass die Planzahlen erfüllt werden könnten und die Geräte noch in diesem Jahr auf den Markt kämen. "Entweder hat Met@box die Lieferschwierigkeiten nicht erkannt oder man hat nicht ganz die Wahrheit gesagt", kommentierte Aktienhändler Wolfgang Lierck von der Bankgesellschaft Berlin die Ankündigung.
Der Händler sieht die Entwicklung der Met@box-Papiere daher ausgesprochen skeptisch. Die Gefahr, dass der Titel noch weiter nach unten falle, nannte Lierck "groß". Wenn Met@box die Lieferung tatsächlich im kommenden Jahr wie angekündigt ausführen werde, könnte das Unternehmen die Verluste wieder aufholen. Ansonsten könne man nicht ausschließen, dass Met@box dem Beispiel von Gigabell folgen und ganz vom Markt verschwinden werde.