Tomorrow Focus: Gemeinsame Sache mit Microsoft - DER SPIEGEL
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Tomorrow Focus Gemeinsame Sache mit Microsoft

Um sich möglichst schnell wieder in die schwarzen Zahlen zu katapultieren, will Tomorrow Focus seine Internet-Aktivitäten mit dem Microsoft Online-Portal MSN zusammenlegen. Dem Kurs hat es nicht nachhaltig geholfen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - Ab Oktober sollen die Internet-Seiten der Zeitschriften Focus, Amica, Tomorrow, MAX, Cinema, TV Spielfilm und Fit for Fun in dem neuen gemeinsamen Portal aufgehen. Tomorrow Focus   werde die redaktionellen Inhalte beisteuern und die Vermarktung der Werbeplätze übernehmen. Microsoft werde sich im Gegenzug auf die Online-Technologie und die Einführung neuer gebührenpflichtiger Dienste konzentrieren. Eine gemeinsame Vermarktung der Online-Portale beider Gesellschaften sei vereinbart, hieß es auf der Pressekonferenz in München.

Die für fünf Jahre vereinbarte Partnerschaft tritt sofort in Kraft und werde schon 2003 Umsätze im oberen zweistelligen Millionen-Bereich erzielen, sagte Enrico Just, Finanzvorstand von Tomorrow Focus. Die Gewinne sollen im einstelligen Millionenbereich liegen.

MSN gehört nach eigenen Angaben mit einer Reichweite von 43 Prozent zu den größten Internet-Portalen in Deutschland.

Mit der Kooperation folgt Microsoft dem Vorbild T-Online, Deutschlands größtem Onlinedienst. Dieser hat strategische Vereinbarungen mit der Bild-Zeitung und dem ZDF abgeschlossen.

Focus Digital und Tomorrow Internet hatten im vergangenen Sommer ihre Fusion zu einem der größten Internet-Konzerne Deutschlands bekannt gegeben. Der Internet-Konzern hatte sein erstes Geschäftsjahr 2001 mit hohen Verlusten abgeschlossen. Auch im ersten Quartal des laufenden Jahres hatte das Unternehmen noch rote Zahlen geschrieben, diese aber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach eigenen Angaben halbiert.

Die Aktie der am Neuen Markt notierten Tomorrow Focus AG hatte am Freitag bereits um rund 30 Prozent zugelegt, nachdem der Termin der Pressekonferenz mit Microsoft bekannt geworden war. Bis zum Dienstagabend fiel das Papier um rund elf Prozent.