FILMFONDS Totaler Flop
In doppelter Hinsicht gescheitert ist der fast acht Millionen Mark teure Actionfilm »Cascadeur« mit Heiner Lauterbach: als Kino-Krawall »made in Germany« wie als wirtschaftliches Experiment. Grund: 180 private Investoren hatten sich mit Einlagen von mindestens 10 000 Mark an der Produktion beteiligt, hofften auf hohe Gewinne - und können ihre Einlagen nun wohl abschreiben. Filmfonds gehören zu den riskantesten Geldanlagen, sie bringen häufiger als die in Aussicht gestellten Traumrenditen hohe Verluste oder enden gar in einem finanziellen Desaster. »Es gibt in Deutschland keinen Filmfonds, bei dem Anleger über ihre Beteiligung Profit gemacht haben«, sagt Axel Prümm von Branchendienst Kapitalmarkt intern. Bei »Cascadeur« verirrten sich in den ersten zwei Wochen nur 65 000 Zuschauer in den Total-Flop. 1,3 Millionen waren insgesamt angepeilt worden. »Das ist sehr übel«, sagt Andy Fischer von der Produktionsfirma und kündigt für diese Woche eine Krisensitzung der Verantwortlichen an. Bislang scheint alles möglich: vom Konkursantrag bis zum Beschluß neuer Projekte. Fischers letzter Rettungsvorschlag: »Wir könnten einen Schlägertrupp organisieren, der die Leute ins Kino prügelt.«