Tourismuskrise: TUI bricht das Reisegeschäft weg - DER SPIEGEL
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Tourismuskrise TUI bricht das Reisegeschäft weg

Buchungsflaute und Preiskriege haben den weltgrößten Reisekonzern TUI in seinem Kerngeschäft tief in die roten Zahlen gestürzt. Trotz höherem Umsatz fahren die Hannoveraner im Touristikbereich so hohe Verluste wie noch nie zuvor ein.
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Hannover - Tui   verlor in der Touristik-Sparte im ersten Halbjahr 2003 mit 199 Millionen Euro mehr als zwölf Mal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Damals hatte das Minus noch 16 Millionen Euro betragen, teilte TUI am Donnerstag mit. Dagegen stieg der Umsatz der Touristiksparte leicht um 3 Prozent auf 5,45 Milliarden Euro. Ursache für den Anstieg ist allerdings hauptsächlich die französische Tochter Nouvelles Frontieres, die TUI erstmalig in sein Ergebnis miteinbezogen hat.

Wie sehr der Konzern in den vergangenen zwei Jahren in der Touristik gelitten hat, zeigt ein Vergleich mit dem ersten Halbjahr 2001. Damals lag das Ergebnis nach sechs Monaten noch mit 76 Millionen Euro im Plus. Es folgte der 11. September, der die Reisebranche in seine bislang größte Krise stürzte. Die schwache Konjunktur, der Irak-Krieg und die Lungenkrankheit Sars warfen die Touristikkonzerne in der Folge immer weiter zurück.

Der Gesamtumsatz von TUI ging im ersten Halbjahr 2003 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,9 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro zurück. Insgesamt liegt das Ergebnis aller Sparten vor Steuern und Abschreibungen (EBTA) allerdings mit 545 Millionen Euro deutlich über den 117 Millionen Euro des Vorjahres, denn TUI hat seinen Energiebereich verkauft und in seiner profitablen Logistik-Sparte gute Ergebnisse erzielt. Das Halbjahresergebnis des Gesamtkonzerns liegt nach einem Verlust von 128 Millionen Euro im Vorjahr nun mit einem Gewinn von 410 Millionen Euro wieder deutlich im Plus.

Einen konkreten Ausblick auf das Ergebnis des Gesamtjahres 2003 zu geben wagt sich bei TUI erneut niemand. Der Vorstandsvorsitzende Michael Frenzel geht aber davon aus, dass die Talsohle im Tourismus durchschritten sei. Nach Ende des Irak-Kriegs würden die Kunden wieder verstärkt Reisen buchen.

Außerdem soll sich durch den Trend, dass die Deutschen immer später buchen, ein Nachholeffekt einstellen, der das Ergebnis im dritten Quartal wieder an das Niveau des Vorjahres von 519 Millionen Euro heranführen soll. Das Gesamtergebnis des Jahres 2003 in der Touristiksparte wird nach TUI-Angaben zwar positiv, aber niedriger als im Vorjahr ausfallen.