Transrapid ade Siemens bietet Chinesen den ICE an
München - Siemens führe mit der chinesischen Regierung Gespräche über die Lieferung von 130 bis 150 ICE-Zügen der 3. Generation, berichtet das "Handelsblatt" am Montag. Die Verhandlungen seien sehr konkret, heißt es unter Berufung auf informierte Kreise in Peking. Einige Züge sollen zunächst in Deutschland, der Rest in China produziert werden. Siemens wollte den Bericht am Montag nicht kommentieren.
Der Ausbau der Verbindung zwischen Peking und Shanghai kostet rund 16 Milliarden Dollar und ist damit das teuerste Infrastrukturprojekt in China. Ursprünglich hatte Siemens zusammen mit ThyssenKrupp den Transrapid als optimales Transportmittel für die rund 1300 Kilometer lange Strecke angepriesen. Allerdings habe der Transrapid mit dem Ausscheiden von Premier Zhu Rongji aus der chinesischen Regierung im März seinen stärksten Befürworter verloren, schreibt das "Handelsblatt". Nunmehr gewinnen dem Bericht zufolge die Befürworter der traditionellen Rad-Schiene-Technik beim Ausbau der Strecke die Oberhand.
Im Gespräch für eine traditionelle Zugverbindung sind auch der französische TGV und der japanische Shinkansen. Eine Entscheidung, welche Technologie eingesetzt werden soll, wird in der 1. Jahreshälfte 2004 erwartet.
Nach einer Reihe von Skandalen räumen Beobachter den Japanern dabei allerdings nur noch sehr geringe Chancen ein. Zuletzt habe, so berichtet das "Handelsblatt", eine Sexorgie mit 400 Japanischen Geschäftsleuten und 500 Prostituierten in der Sonderwirtschaftszone Zhuhai landesweit helle Empörung ausgelöst. Das "Fest" fand ausgerechnet am Jahrestag der japanischen Invasion in China statt.