Transrapid: Alles ist machbar - DER SPIEGEL
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Transrapid Alles ist machbar

Noch vor der offiziellen Präsentation der Machbarkeitsstudie der Transrapid-Strecken im Ruhrgebiet und im Großraum München ist das Wichtigste schon durchgesickert. Plötzlich versprechen beide Projekte auch ohne Preisaufschläge tolle Gewinne.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Köln/Berlin - Dies berichtete der WDR am Montag unter Berufung auf die Machbarkeitsstudie für die Transrapid-Projekte in NRW und Bayern, die Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) am Nachmittag in Berlin vorstellen wollte. Dem Rundfunk-Bericht zufolge geht das Gutachten zum Metrorapid-Projekt in NRW von jährlich 34,47 Millionen Fahrgästen aus, deutlich mehr als in den Vorstudien.

Die Strecke Dortmund - Düsseldorf sei gegenüber der Vorstudie mit nunmehr knapp 3,17 Milliarden Euro Investitionskosten sogar um eine Milliarde Mark günstiger ausgefallen, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Jörg Hennerkes, dem eine Kurzfassung der Machbarkeitsstudie vorliegt, am Montag in Essen.Damit könnte die Magnetschwebebahn zwischen Dortmund und Düsseldorf laut WDR auch ohne einen Aufpreis bei den Fahrkarten Überschüsse erwirtschaften.

Noch besser schneidet nach dem Gutachten das Transrapid-Projekt in Bayern ab. Die geplante Strecke zwischen dem Münchner Hauptbahnhof und dem Flughafen im Erdinger Moos könne mit "erheblichen Überschüssen" betrieben werden, berichtete der WDR. Der Bund hat Fördermittel für Transrapid-Projekte in Höhe von rund 2,3 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Der Machtbarkeitsstudie wird vorentscheidende Bedeutung für die Verteilung der Mittel auf beide Projekte beigemessen, wird betont.

Gegenüber den Vorstudien sind die kalkulierten Betriebskosten für das Transrapid-Projekt in Nordrhein-Westfalen um 17 Prozent gesunken, die Investitionskosten seien um 14 Prozent geringer veranschlagt worden. Den Verdacht von Schönrechnerei wies der Chef des Instituts für Bahntechnik, Peter Mnich, jedoch zurück. "Entsprechende Berichte sind absurd", sagte Mnich am Montag in Berlin. Viele Einzelheiten hätten in den Vorstudien nicht berücksichtigt werden können. Unter anderem habe jetzt eine günstigere Energieversorgung gefunden werden können.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) forderte Bund und Länder auf, nun zügig mit den Planungen zu beginnen. "Der Bau der beiden Transrapid-Strecken ist verkehrswirtschaftlich sinnvoll", erklärte BDI-Präsident Michael Rogowski in Berlin. Dies habe die Machbarkeitsstudie bewiesen. Rogowski betonte, bei den ausgewählten Strecken in Nordrhein-Westfalen und Bayern handele es sich zwar nicht um Bundesverkehrswege, für die der Bund als Projektträger in der Pflicht sei. Trotzdem habe der Bund die Verantwortung für den Hochtechnologiestandort Deutschland, einem politischen Ziel von nationalem Rang.