Transrapid Bund prüft Finanzierung von Auslandstrasse
Berlin/Peking - Müller hatte dem "Handelsblatt" gesagt, es sei auch "eine Strecke im Ausland durchaus vorstellbar". Er wolle dafür plädieren, von der Bundesregierung zugesagte Mittel für eine Auslandsreferenzstrecke einzusetzen, so Müller. Kurze Alternativtrassen im Inland machten wenig Sinn.
Eine chinesische Referenzstrecke für die Magnetschwebebahn Transrapid könnte nach Plänen der Bundesregierung teilweise mit deutschen Mitteln finanziert werden. Während des Besuches von Finanzminister Hans Eichel in China sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums in Peking, dass Deutschland und China eine gemeinsame Finanzierung des Vorhabens prüfen wollten.
Bislang hatten Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt und Kabinettschef Schröder eine mögliche Zukunft des Transrapids nur im Inland gesehen. Klimmt hatte beispielsweise Flughafenanbindungen in München oder Berlin als Alternativen bezeichnet.
"Da äußert sich ein Wirtschaftsminister aus seiner Sicht", kommentierte ein Sprecher des Verkehrsministeriums den Vorstoß Müllers. Falls der Transrapid nicht auf der Strecke Berlin-Hamburg gebaut werde, bräuchte man zur Finanzierung einer anderen Trasse einen neuen Kabinettsbeschluss über die Bundeszuschüsse.
Der Sprecher der Thyssen-Krupp AG, Alfred Wewers, äußerte sich überrascht über die Aussagen. Beim Bau einer Strecke im Ausland würden praktisch keine Arbeitsplätze im Inland geschaffen. Außerdem müssten die Subventionen auch für eine Auslandsstrecke beträchtlich sein, damit sie realisiert würde. Grundlage der Überlegungen seines Unternehmens bleibe die Strecke Berlin-Hamburg, so Wewers. Thyssen-Krupp ist an dem Industriekonsortium beteiligt, das den Transrapid bauen und vermarkten soll.
Die Entscheidung zur Berlin-Hamburg-Trasse fällt am 5. Februar bei einem Spitzentreffen von Deutscher Bahn, Industrie und Verkehrsministerium. Die Chancen für diese Trassen gelten aber als sehr gering, nachdem Klimmt und auch die Bahn als potenzieller Betreiber sich kritisch zu der Strecke äußerten.