Transrapid: Bundesländer im Wettlauf - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Transrapid Bundesländer im Wettlauf

Es sieht so aus, als habe der Transrapid in Europa doch noch eine Chance. Zusammen mit Bayern und Nordrhein-Westfalen will die Deutsche Bahn jeweils ein Regionalprojekt vorantreiben.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München/Den Haag - Die Bahn hat dazu nun auch mit Bayern die Gründung einer entsprechenden Planungsgesellschaft vereinbart. Bahn-Chef Hartmut Mehdorn und Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) gaben die Eckdaten des Projekts am Donnerstag in München bekannt. Es soll rund drei Milliarden Mark kosten und sieht eine Verbindung zwischen dem Münchner Flughafen knapp 30 Kilometer vor der Stadt und dem Hauptbahnhof vor.

Mehdorn und NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) hatten am Mittwoch die Gründung einer vergleichbaren Planungsgesellschaft bekannt gegeben, die das so genannte Metrorapid-Projekt zwischen Dortmund und Düsseldorf vorantreiben soll. Der Bund hat für das Münchner Projekt ebenso wie für das Metrorapid-Projekt Machbarkeitsstudien in Auftrag gegeben.

Entscheidung zwischen Bayern und Nordrhein Westfalen

Auf Grundlage von deren Ergebnissen soll dann in Berlin die Entscheidung zwischen Bayern und Nordrhein-Westfalen fallen. Bayern rechnet sich gute Chancen aus, weil das Münchner Projekt weniger als halb so teuer wäre wie das mit sieben Milliarden Mark veranschlagte Metrorapid-Projekt. Mehdorn hatte am Mittwoch in Frankfurt angedeutet, dass es möglicherweise kein "Entweder oder" geben müsse, sondern beide Projekte Wirklichkeit werden könnten.

Mit dem bayerischen Transrapid-Projekt würde die Fahrzeit vom Münchner Flughafen zum Hauptbahnhof von derzeit rund 50 Minuten je nach Trassen-Führung auf 18 oder sogar nur 10 Minuten sinken.

Chancen in den Niederlanden sinken

Unterdessen lehnen zwei wichtige Berater-Gremien der niederländischen Regierung eine Transrapid-Verbindung zwischen Amsterdam und dem Norden des Landes vorerst ab. Für eine solche Strecke vom Flughafen Schiphol nach Groningen reiche das Verkehrsaufkommen nicht aus, während die Kosten sehr hoch seien. Dies erklärten die Expertenräte des Verkehrs- und des Umweltministeriums in einem am Donnerstag veröffentlichten Gutachten. Die Provinzen im Norden der Niederlande hatten den Bau einer solchen Verbindung befürwortet.

Die Regierung in Den Haag will im Dezember entscheiden, ob eine Magnetschwebebahn zwischen dem Flughafen der Hauptstadt und Groningen gebaut werden soll. Auf die Entscheidung aus Den Haag wartet vor allem auch die Landesregierung von Niedersachsen. Sie hat sich für diesen Fall grundsätzlich an der Fortführung der Strecke über Oldenburg und Bremen nach Hamburg interessiert gezeigt.