Transrapid China dämpft deutsche Euphorie
Peking - Entgegen anders lautenden Angaben sagte Chinas Präsident Hu Jintao in Peking, es sei "noch keine endgültige Entscheidung gefallen". Hu habe ihm aber gesagt, "dass eine Verlängerung sehr positiv gesehen wird", sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier heute während eines Aufenthalts in der Volksrepublik.
Am Vortag hatte das Transrapid-Konsortium und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) berichtet, Chinas Staatsrat habe die lange erwartete Grundsatzentscheidung getroffen und den Projektantrag gebilligt. Es herrschte aber Verwirrung, weil weder Ministerpräsident Wen Jiabao noch Außenminister Li Zhaoxing den Bundesaußenminister bei seinem Antrittsbesuch in Peking davon unterrichtet hatten. Dabei werden solche milliardenschweren Entscheidungen bei derartigen Visiten gerne als "Gastgeschenk" mitgeteilt.
"Wir haben heute noch einmal mit Industrievertretern gesprochen. Die haben uns erklärt, der Staatsrat habe sich für eine Verlängerung der Strecke entschieden", sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums gegenüber SPIEGEL ONLINE. Demnach ist die Grundsatzentscheidung gefallen. Im Rahmen einer technischen und wirtschaftlichen Machbarkeitsstudie werde jetzt die Grundlagen für die endgültige Entscheidung geschaffen, hieß es weiter.
Bei dem Plan geht es darum, die Transrapid-Strecke in Shanghai bis zur Weltausstellung 2010 auf insgesamt 180 Kilometer zu verlängern, so dass die Magnetschwebebahn bis in die Stadt Hangzhou verkehren kann. Die neue Trasse soll die Fahrzeit von drei Stunden auf 26 Minuten verkürzen. Die Kosten für das Projekt wurden im vergangenen Jahr auf drei Milliarden Euro veranschlagt.
suc/dpa/AP