Transrapid: Die Schwebebahn wird immer billiger - DER SPIEGEL
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Transrapid Die Schwebebahn wird immer billiger

Die erste Transrapid-Trasse zwischen Hamburg und Berlin scheiterte unter anderem, weil die Kosten nach und nach aus dem Ruder liefen. Beim Metrorapid im Ruhrgebiet ist alles anders: Die Schwebebahn wird von Studie zu Studie billiger.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Düsseldorf - Anfangs sollte die Strecke Düsseldorf-Dortmund noch 3,7 Milliarden Euro kosten. Nach der nun vorgelegten Machbarkeitsstudie wollen die Planer mit einer halben Milliarde weniger auskommen. Noch dazu soll die Schwebebahn nach den neuen Berechnungen deutlich mehr Fahrgäste anziehen als ursprünglich kalkuliert.

Die Transrapid-Verfechter in NRW hoffen so offenbar, möglichst viel der 2,3 Milliarden Euro Fördergeld vom Bund an den Rhein zu holen. Gespart wird dafür an allen Ecken und Enden: Der Ruhrgebiets-Rapid solle weitgehend ebenerdig schweben, heißt es aus Düsseldorf. Statt der ursprünglich 30 Kilometer seien jetzt nur noch knapp 18 Kilometer in Hochlage geplant. Kosten dämpfend wirke außerdem der völlige Verzicht auf tiefer gelegte Streckenabschnitte. Schließlich werde auch am Wagenpark gespart. Statt der zunächst geplanten 110 sollen nur noch 56 Fahrzeuge angeschafft werden.

NRW-Verkehrsminister Ernst Schwanhold ist sicher, dass die Studie jeder Überprüfung standhalte. Sein bayerischer Kollege Otto Wiesheu - auch er hätte gern viel Unterstützung vom Bund - ist davon offenbar noch nicht ganz überzeugt. Im Kostenvoranschlag der NRW-Planung seien die Umbaukosten für die Bahnhöfe - immerhin sieben zwischen Düsseldorf und Dortmund - nicht einberechnet worden, entgegnete Wiesheu den Planungen vom Rhein.

Erstaunliches bringt die Metrorapid-Studie auch in Sachen Fahrgastaufkommen ans Licht. Den neuen Berechnungen zufolge wird die Schwebebahn nämlich rund 35 Millionen Passagiere im Jahr befördern. Frühere Berechnungen waren da skeptischer und gingen von etwa 25 bis 30 Millionen aus. Laut Studie wird schon die Haltestelle Mühlheim aber drei Millionen Fahrgäste mehr einbringen. In früheren Untersuchungen war sie noch nicht eingeplant.

Ob die Schwebebahn tatsächlich zur Fußball-WM 2006 durchs Ruhrgebiet saust, wird sich nun in den kommenden Wochen entscheiden. Doch ob ein Großteil der Bundesgelder tatsächlich auch nach Nordrhein-Westfalen geht, ist längst noch nicht entschieden. Auch die Bayern werden da mitreden wollen.