Transrapid Gezerre um die Milliarden des Bundes
Berlin/Norderstedt - Welche Ausweichstrecke für den - bisher mit staatlicher Unterstützung von 6,1 Milliarden Mark geplanten - Transrapid jetzt in Frage kommt, ließ der Bundeskanzler offen. Er räumte aber höhere Gesamtkosten ein. Es wäre gut, wenn man die neuen Projekte mit gleicher Schnelligkeit und gleichen Kosten verwirklichen könnte. Er sei "aber nicht so sicher", ob das gelinge, betonte Schröder.
Für den Ausbau der ICE-Strecke zwischen Hamburg und Berlin sei nur ein Bruchteil der 6,1 Milliarden nötig, errechneten die Grünen. Sie brachten einen modifizierten Weiterbau der ICE-Trasse durch den Thüringer Wald ins Gespräch. Ihr verkehrspolitischer Fraktionssprecher Albert Schmidt sagte am Montag, der Handlungsspielraum beim Bahnbau sei jetzt größer geworden.
Der ADAC forderte dagegen mehr Mittel für das Fernstraßennetz. "Nur so kann der Stau als Verkehrsproblem Nummer eins verringert werden", sagte der Vizepräsident des Clubs, Erhard Oehm. Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums verwies indessen auf die Aussage von Ressortchef Reinhard Klimmt, der Bund stehe zu seiner Zusage von 6,1 Milliarden Mark auch für künftige Transrapid-Projekte.
Hessens Ministerpräsident Roland Koch will weiter für den Transrapid kämpfen. "Von der großen Acht durch Deutschland über die Strecke vom Münchner Flughafen in die City bis zur Verbindung Flughafen Frankfurt - Hahn muss jetzt alles geprüft werden", erklärte der CDU-Politiker. Dementsprechend müssten die bereits veranschlagten Gelder auf Eis gelegt werden.
Für den Sprecher von Thyssen Transrapid System, Hans-Christoph Atzpodien, ist die Magnetschwebebahn noch nicht gestorben. Der Bund müsse die weitere Entwicklung jetzt gezielt unterstützen, damit die Industrie die Lücke bis zu einem Auslandsauftrag überbrücken könne.