Transrapid Siemens mauert
Peking - Eigentlich sollte das Geschäft schon vor Weihnachten abgeschlossen werden. Chinas Ministerpräsident Zhu Rongji hatte von Pierer zu einem langen Gespräch empfangen. Über den Verlauf der Verhandlungen wollte der Siemens-Chef sich jedoch nicht äußern. Pierer erklärte nur, alles drehe sich um den Preis. "Am Ende geht es wie immer um die Finanzen."
Ursprünglich hat das Transrapid-Konsortium aus ThyssenKrupp und Siemens 1,75 Milliarden Mark verlangt. Eine weitere Milliarde soll in den Streckenbau zwischen Schanghai und dem Flughafen Pudong fließen.
Der Standpunkt der Münchner könnte beim Konsortialpartner ThyssenKrupp noch zu Verstimmungen führen, denn der Düsseldorfer Stahl-Konzern hat ein wesentlich größeres Interesse an dem Geschäftsabschluss, weil er sich davon einen Durchbruch des Transrapids auf dem Weltmarkt erhofft.
Bei Siemens gilt dagegen die Devise: "Prestigeobjekte, die sich nicht rechnen, werden nicht in die Auftragsbücher genommen". Außerdem haben die Münchner mit dem ICE noch einen Konkurrenten des Transrapid im Schuppen stehen, den der Konzern gleichfalls weltweit verkaufen will. Die Münchner vertreten deshalb eine wesentlich kompromisslosere Verhandlungsstrategie. Etwaige Risiken zum Beispiel möchten die Münchner am liebsten über einen höheren Preis abfedern.