Transrapid Stolpe rechnet mit neuer Trasse in China
Peking - Im Gespräch ist eine Trasse von der Jangtse-Metropole Shanghai in das über 180 Kilometer entfernte Hangzhou. "Es ist mit einer positiven Entscheidung zu rechnen", erklärte Stolpe (SPD) heute in der chinesischen Hauptstadt vor Journalisten. Es sei jedoch nicht klar, wann der endgültige Beschluss falle.
Derzeit verhandeln die Mitglieder des Transrapid-Konsortiums, ThyssenKrupp und Siemens , mit den Chinesen darüber, die bereits bestehende 30 Kilometer lange Teststrecke zu verlängern, die den Shanghaier Flughafen Pudong mit der U-Bahnstation Longyangstraße in der Nähe des Finanzzentrums verbindet. Die neue Linie würde zum Gelände der 2010 geplanten Expo und über den Fluss Huangpu nach Hangzhou führen. Fahrzeit: unter 30 Minuten. Eine Entscheidung könnte nach Einschätzung Stolpes im kommenden Monat fallen.
Knackpunkt bleibt bei den Verhandlungen allerdings, wie viel "Kerntechnologie" die Deutschen bereit sind abzugeben. Die Chinesen wollten, wie es heißt, vor allem Lizenzen von den Deutschen kaufen, um den Transrapid später möglichst allein bauen zu können.
Strittig sind dabei vor allem die sogenannten "Trag- und Führungssysteme" sowie die "Betriebsleittechnik und die Antriebstechnologie", wie es heißt. Es werde keine "Ausverkaufssituation" geben, betonte Stolpe mit überraschender Offenheit. "Wir arbeiten gerne mit den Chinesen zusammen, aber nicht bis zur Selbstaufgabe. Kernkompetenz können wir nicht abgeben."
Die Chinesen, so Stolpe, seien daran interessiert, die Kosten des Projekts zu verringern. Derzeit liege ein Angebot der Deutschen auf dem Tisch, berichtete der Minister. Danach würden 20 bis 25 Prozent hochwertiger Technologie in Lizenzen an die Chinesen abgegeben. Ein ungefähr gleicher Anteil an Technik bliebe damit geistiges Eigentum von ThyssenKrupp und Siemens. Die Betontrasse, so viel ist bereits klar, würden die Chinesen allein bauen, weil sie schon entsprechende Konzessionen besitzen.