Transrapid: Totgesagte leben manchmal länger - DER SPIEGEL
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Transrapid Totgesagte leben manchmal länger

Der in Deutschland von vielen schon abgeschriebene Transrapid könnte schon bald in China gebaut werden. Ministerpräsident Zhu Ronghi zeigte sich nach einer Fahrt auf der emsländischen Teststrecke der Magnetschwebebahn zuversichtlich, dass eine Demonstrationsstrecke für den Zug in Shanghai entstehen könnte.
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Lathen - Der Transrapid sei wohl ausgereift, meinte Zhu Ronghi nach der Fahrt. "Gewisse Unzulänglichkeiten" des Systems müssten aber noch ausgeräumt werden. Siemens-Chef Heinrich von Pierer sagte nach einem Gespräch mit Zhu, die Chancen für das Vorhaben seien exzellent. Nach dem Zeitplan der Chinesen könnte der Transrapid bereits im Jahre 2003 in Betrieb gehen.

Der chinesische Ministerpräsident reiste in Begleitung von Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt und Vertretern des Transrapid-Konsortiums mit einem ICE der neuesten Generation nach Lathen. Dort wird die Magnetschwebebahn seit mehreren Jahren vorgeführt.

Der Plan für den Bau einer Strecke Hamburg-Berlin war nach achtjähriger Vorbereitung fallen gelassen worden, weil die Bahn die Strecke als nicht wirtschaftlich einschätzte. Da der Bund aber nicht mehr als die vereinbarten 6,1 Milliarden Mark für den Bau einer Strecke zuschießen will, wurden die Pläne aufgegeben. Derzeit wird nach kürzeren Alternativstrecken gesucht, um die Magnetschwebebahn in Deutschland unter täglicher Belastung vorführen zu können. Experten geben dem Transrapid keine Exportchancen, wenn es keine Verbindung in Deutschland gibt. Bislang ist der Zug nur auf der Versuchsanlage Emsland auf einem als Endlos-Schleife gebauten 31,5 Kilometer langen Fahrweg zu sehen.

Im Gespräch ist derzeit eine Anbindung der Großflughäfen in München und Berlin-Schönefeld an das jeweilige Stadtzentrum und eine Transrapidstrecke über Norddeutschland in die Niederlande. Geprüft wird auch eine Verbindung zwischen den Flughäfen Frankfurt und Hahn im Hunsrück sowie eine Nahverkehrsverbindung quer durch das Ruhrgebiet.

Beim Staatsbesuch Zhus in Berlin war neben mehreren Wirtschaftsabkommen auch eine Studie über die Realisierungschancen einer Transrapid-Teststrecke in China vereinbart worden. Nach chinesischen Plänen könnte der Transrapid im Jahr 2003 den Flughafen Shanghai mit dem 42 Kilometer entfernten Hauptbahnhof im Stadtzentrum der Stadt verbinden.