Trennung Milberg bedauert Jobangst bei Rover
Hamburg - Der Vorstandsvorsitzende des Münchener Automobilherstellers hat gleichzeitig Spekulationen zurückgewiesen, er stehe vor einer Ablösung. In der "Bild"-Zeitung bezeichnete Milberg entsprechende Spekulationen als "absurde Unterstellung".
Die Verträge liefen bei BMW bis zum Alter von 60 Jahren, sagte der 57-jährige Milberg. "Das ist auch bei mir so." Der Konzern entwickle sich besser als der Markt. "Der Gesamtmarkt schwächelt, wir fahren in diesem Jahr an 22 Samstagen Sonderschichten, wachsen annähernd zweistellig in Richtung 800.000 Einheiten pro Jahr."
Milberg bedauerte drohende Stellenverluste beim britischen Autohersteller Rover. "Dass jetzt viele Mitarbeiter in England um ihren Arbeitsplatz fürchten, tut mir persönlich und der Führungsmannschaft im besonderen Maße Leid", sagte der Vorstandschef. BMW hatte im März die Trennung von der krisengeschüttelten britischen Tochter bekannt gegeben.
Milberg bekräftigte, dass die Markenrechte an Rolls-Royce von Volkswagen an BMW übergingen. Anders lautende Gerüchte seien "völliger Unsinn". Unter der Schirmherrschaft von BMW werde 2003 ein neuer Rolls-Royce vorgestellt werden. Der richtige Produktionsstandort in Großbritannien werde zurzeit gesucht.
Zur geplanten Einführung eines Modells unterhalb der 3er-Reihe sagte Milberg, mit einer neuen kleinen "Modell-Familie", die zwischen "Golf und unserem 3er" angesiedelt ist, solle BMW "erreichbarer und erschwinglicher" werden. Im Segment der unteren Mittelklasse wolle BMW einen Marktanteil von "deutlich mehr als zehn Prozent erobern".
Unterdessen hat die IG Metall dem BMW-Management "dringend empfohlen", den neuen Kleinwagen in Ostdeutschland zu produzieren. Vorstandsmitglied Horst Schmitthenner reagierte damit auf Berichte, wonach BMW die Produktion in Ungarn plane.
In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" verwies Schmitthenner auf die "bedrohliche Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt in den neuen Ländern". Zugleich erinnerte der Gewerkschafter BMW an die attraktive Investitionsförderung in Ostdeutschland.