Triebwerksprobleme: Militär-Airbus A400M hebt später ab - DER SPIEGEL
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Triebwerksprobleme Militär-Airbus A400M hebt später ab

Dem Flugzeugbauer Airbus droht ein weiteres Projekt-Desaster. Nachdem es schon beim Riesen-Passagierjet A380 Verzögerungen gab, dehnt sich jetzt auch der Zeitplan für den Militärflieger A400M. Den Erststart verschob der Hersteller jetzt offiziell.
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Amsterdam/München - Der A400M wird später zum Jungfernflug abheben als geplant. Der Start, der nach bisheriger Planung noch im Jahr 2008 stattfinden sollte, werde verschoben, teilte der Airbus-Mutterkonzern EADS mit. Grund sei, dass die Triebwerke noch nicht einsatzbereit seien.

Einen neuen Termin nannte der Konzern nicht. Der Start hänge zunächst von der Einsatzbereitschaft des Antriebssystems und von den Ergebnissen einiger Testreihen ab, die in den kommenden Wochen beginnen sollen.

EADS   hatte 2007 bereits 1,4 Milliarden Euro für Mehrkosten der A400M-Entwicklung zurückgestellt. Probleme gibt es derzeit vor allem mit der Motor-Software. Der Antrieb wird von einem Konsortium gebaut, an dem neben dem deutschen Triebwerkshersteller MTU Aero Engines   auch Snecma (Frankreich), Rolls-Royce (Großbritannien) und ITP (Spanien) beteiligt sind.

Welche Folgen die Verschiebung für die Bilanz des Konzerns hat, wollte EADS zunächst nicht beziffern. Erst nach den Tests und weiteren Gesprächen mit Kunden könnten "die Auswirkungen auf die finanzielle und die technische Seite des Programms sowie der weitere Zeitplan überprüft werden", hieß es in der Mitteilung. Die Prognose 2008 des Unternehmens bleibe aber unverändert.

EADS hatte nach SPIEGEL-Informationen zuletzt mit dem Abbruch der Entwicklung des neuen Militärtransporters A400M gedroht, falls die sieben europäischen Käufer-Nationen finanziell nicht entgegenkommen. Das Projekt bereite EADS "beträchtliche Schwierigkeiten", schrieb Konzern-Chef Louis Gallois in einem Brief an Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU).

Der A400M sei ein "hochgradig negatives Geschäft" und belaste die "weltweite finanzielle Performance" des Konzerns. "Die Lage kann in den kommenden Monaten unhaltbar werden", droht Gallois, "wenn wir uns nicht gemeinsam auf ein zufriedenstellendes weiteres Vorgehen einigen können." Der Konzern verlangt von den Bestellern den Verzicht auf hohe Strafzahlungen, die fällig werden, wenn EADS das Flugzeug verspätet liefert.

suc/dpa-AFX

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