Trotz Krise IBM steigert Gewinn
New York - IBM konnte die Erwartungen der Analysten voll erfüllen. Der Gewinn im zweiten Quartal 2001 betrage zwei Milliarden Dollar, teilte das Computer-Unternehmen am Mittwoch nach Börsenschluss mit. Das sind 1,15 Dollar je Aktie - acht Cent oder fünf Prozent mehr als im gleichen Quartal des Vorjahres.
Der Umsatz fiel allerdings um fünf Prozent auf 21,6 Milliarden Dollar. Analysten hatten laut Thomson Financial/First Call eine Milliarde Dollar mehr erwartet.
IBM-Chef Lou Gerstner zeigte sich angesichts des schwierigen Marktumfeldes zufrieden: "Während andere gestolpert sind, haben wir in fast allen Geschäftsfeldern Umsätze vergrößert, Rekordgewinne verzeichnet und unseren Marktanteil ausgebaut", sagte er. Das Geschäftsfeld "Global Services" wuchs um sieben Prozent, das E-Business-Geschäft sogar 30 Prozent. Hardware- und Software-Verkäufe fielen allerdings um jeweils fünf Prozent.
Beobachter wiesen darauf hin, dass sich jetzt die Strategie auszahle, an alten Geschäftsfeldern wie dem Großcomputergeschäft festgehalten zu haben und gleichzeitig in die neue Dienstleistungsbranche eingestiegen zu sein. Durch die größere Diversifizierung sei IBM dem Umsatzeinbruch in der New Economy teilweise entgangen. Die Anleger haben das erkannt: Die Aktie ist in 2001 bisher um 27 Prozent gestiegen - das ist weit über dem Durchschnitt.
Für die zweite Jahreshälfte zeichnete Gerstner jedoch kein optimistisches Bild. "Wir sind nicht immun vor den Problemen, die unsere Wettbewerber im zweiten Quartal hatten", sagte er. Die Schwäche des PC- und Festplattenmarktes werde auch IBM weiterhin treffen. Ein weiteres Problem sei die Dollarstärke. Umsätze fielen in allen Weltregionen um ein bis zwei Prozent.
Die IBM-Aktie schloss in Erwartung der Zahlen 4,25 Dollar schwächer bei 104,28 Dollar.