Trotz Lieferproblemen Microsoft hebt Gewinnprognose an
Seattle - Im laufenden Fiskaljahr erwartet der Softwarekonzern nun einen Gewinn zwischen 1,43 und 1,47 Dollar je Aktie. Bislang hatte der Konzern 1,36 bis 1,41 Dollar vorhergesagt.
Für das abgelaufene vierte Quartal wies der Konzern einen Nettogewinn von 2,83 Milliarden Dollar oder 28 Cent je Aktie aus, der Umsatz zog um 16 Prozent auf 11,8 Milliarden Dollar an. Analysten hatten im Schnitt einen Gewinn von 30 Cent je Aktie und 11,6 Milliarden Dollar Umsatz erwartet. Als Grund für die schwächere Gewinn-Entwicklung nannte Microsoft neben Kosten für die Produktion der Spielekonsole XBox 360 auch verstärkte Investitionen ins Internet-Geschäft. Ende Juni hatte der Konzern außerdem mitgeteilt, Geschäftskunden könnten das Softwareprogramm Office 2007 wohl erst Ende 2006 statt wie ursprünglich geplant bereits im Herbst erhalten.
Office besteht unter anderem aus der Textverarbeitung Word, der Tabellenkalkulation Excel und dem Präsentationsprogramm Powerpoint. Auch die in erster Linie für Privatkunden geplanten Versionen von Windows Vista werden erst Anfang 2007 und damit später als avisiert auf den Markt kommen. Der Vista-Start wird deshalb das auch für die PC-Branche wichtige Weihnachtsgeschäft verpassen. Das seit langem erwartete Windows Vista ist der Nachfolger des aktuellen Betriebssystems Windows XP, das Microsoft vor fast fünf Jahren auf den Markt gebracht hatte.
Microsoft steht in Europa auch wegen eines Streits mit der EU-Kommission in den Schlagzeilen. Erst vor wenigen Tagen hatte die Kommission Microsoft mit einem Zwangsgeld von 280,5 Millionen Euro dafür bestraft, dass es mehr als zwei Jahre alte Auflagen nicht befolgt habe. Microsoft soll anderen Software- Herstellern keine vollständigen Informationen geliefert haben, um ihre Serverprogramme problemlos mit Betriebssystemen von Microsoft zu verknüpfen. Die neue Strafe wurde zusätzlich zu der Buße von knapp 500 Millionen Euro verhängt, die die Kommission schon 2004 mit der Begründung beschlossen hatte, Microsoft missbrauche seine marktbeherrschende Stellung.
mik/Reuters